Einst war er das Auto der Gendarmen: Das Bayerische Polizeimuseum in Ingolstadt präsentiert sein neuestes Ausstellungsstück: einen alten "Polizeikäfer". Von Harald Jung

Es war das klassische Polizeiauto der "Gendarmen", wie die Menschen damals in den Siebzigern die Gesetzeshüter auf dem Land nannten. Doch aus dem Alltagsbild ist der VW-Käfer mit dem Blaulicht obendrauf längst verschwunden. Eines dieser Exemplare findet man jetzt wieder im Bayerischen Polizeimuseum.
Zur Übergabe am Dienstag konnte Museumsdirektor Dr. Ernst Aichner viele ranghohe Polizeibeamte begrüßen, an deren Spitze Landespolizeipräsident Waldemar Kindler.Der freute sich, dass es Aichner nach vielen Anläufen gelungen ist, das klassische Einsatzfahrzeug der Polizei in der Nachkriegsgeschichte für die Sammlung zu bekommen.
Aber dann half - wie kann es in einer Polizeiangelegenheit auch anders sein? - Kommissar Zufall: Ein Polizist im Fränkischen hatte beim privaten Fahrradausflug eine Panne und musste über die Äcker stiefeln. Da sah er plötzlich den betagten Käfer auf einem Privatgrundstück stehen.
Nach längeren Verhandlungen einigte man sich mit der Besitzerin auf einen Kaufpreis von 3000 Euro. Und weil die Bürokratie manchmal langsam ist, aber Eile geboten war, schoss ein anderer Polizeibeamter (ebenfalls Oldtimerfan) das Geld schon einmal vor und sicherte damit das Auto fürs Museum.
Danach ging es in die Werkstatt der Bereitschaftspolizei in Bamberg, wo der Kult-Käfer ebenso fachmännisch wie liebevoll auf Vordermann gebracht wurde.
Ein Sachverständiger müsste wohl "neuwertig" ins Wertgutachten eintragen - alles erste Sahne also! Der Käfer dürfte rund 225 000 Kilometer auf dem Buckel haben und war übrigens bis auf Blaulicht und Funkgerät noch komplett, als er gekauft wurde. Beides wurde nachbeschafft.
Zuletzt im dienstlichen Einsatz war das Auto im Raum Würzburg. Unterfrankens Polizeipräsidentin Liliane Matthes übergab auch das Kennzeichen von damals. Harald Jung
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