Ein Klinikarzt in Amberg hat über drei Jahre hinweg Mädchen sexuell missbraucht.

Amberg (AZ) - Ein ehemaliger Klinikarzt hat den sexuellen Missbrauch von neun Mädchen gestanden. Zu Beginn des Prozesses vor dem Amberger Landgericht erklärte der Verteidiger des 49-Jährigen gestern, dass sein Mandant die insgesamt 13 Missbrauchsfälle einräume. "Wir wollen den Opfern die Aussagen ersparen", sagte der Rechtsanwalt.
Der Anästhesist soll sich über drei Jahre hinweg an den zehn bis zwölf Jahre alten Mädchen vergriffen haben. In den meisten Fällen soll er die Kinder unsittlich angefasst haben. In zwei Fällen soll er allerdings auch weiter gegangen sein - diese Taten werden von der Staatsanwaltschaft als schwer eingestuft. Für solche schweren Missbrauchsfälle sieht das Gesetz Gefängnisstrafen von 2 bis 15 Jahren vor.
Zum Schutz der Kinder schloss das Gericht die Öffentlichkeit von dem Verfahren aus. Auch die sexuellen Neigungen des Beschuldigten sollten nicht öffentlich ausgebreitet werden, begründete Landgerichtspräsident Wolfgang Schmalzbauer den Ausschluss von Journalisten und Zuhörern. Laut Anklage hatte sich der Arzt zwischen April 2005 und Juni 2008 an den Mädchen vergangen. Dafür soll er in seinem Büro auch Scheinuntersuchungen für eine angebliche Studie über die Reanimationsfähigkeit von Kindern organisiert haben. Mehrere Taten soll er zudem mit einer versteckten Kamera heimlich gefilmt haben. Deswegen ist der Mann auch wegen des Erwerbs und Besitzes von Kinderpornos angeklagt.
Die Missbrauchsfälle waren im Juni 2008 bekannt geworden, nachdem einige Kinder ihren Eltern davon erzählt hatten. Der Anästhesist hatte 17 Jahre in der Klinik gearbeitet. Unter den rund 1300 Beschäftigten galt er als tadelloser Mitarbeiter. Der Mann hatte auch ein Rettungszentrum mit aufgebaut.
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