Bayern wird sich nicht an einer Bürgschaft von lediglich drei Ländern für eine Schlecker-Transfergesellschaft beteiligen. "Für die bayerische Staatsregierung ist eine Drei-Länder-Lösung wie von Baden-Württemberg vorgeschlagen nicht darstellbar. Das würde zu einer Verdoppelung des bayerischen Anteils führen", sagte ein Sprecher von Finanzminister Markus Söder (CSU) am Mittwoch auf Anfrage.
Drei Länder sollten allein für Schlecker bürgen
Drogeriekette: Das ist Schlecker
Mit 21 Jahren, 1965, steigt der gelernte Metzgermeister Anton Schlecker in die väterliche Fleischwarenfabrik in Ehingen bei Ulm ein.
Das Unternehmen erwirtschaftet damals mit 17 Metzgerei-Filialen nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von 7,2 Millionen Euro.
Im gleichen Jahr gründet der Junior-Chef das erste Selbstbedienungs-Warenhaus am Rande der schwäbischen Stadt.
Damit legt er die Basis für eine europaweit aufgestellte Drogeriemarktkette, zu der seit 2007 auch die Kette "Ihr Platz" gehört.
Schlecker war mit etwa 10.000 Filialen, einem Umsatz von 7,42 Milliarden Euro und über 50.000 Beschäftigten Europas führender Drogeriemarkt-Unternehmer.
Auch die deutschen Drogerieketten führte er an, gefolgt von dm und Rossmann.
Im Januar 2012 geht Schlecker in die Insolvenz.
Mai 2012: Schlecker wird zerschlagen. Für die insolvente Drogeriemarktkette sieht der Gläubigerausschuss "keine Perspektive" mehr.
Im November 2017 wird Anton Schlecker wegen Bankrotts zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Seine Kinder erhalten Gefängnisstrafen.
Zuvor war überraschend bekannt geworden, dass die drei Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen alleine für Schlecker bürgen sollen. Das hatte die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch aus Kreisen des Landtagsfinanz- und Wirtschaftsausschusses in Stuttgart erfahren. Damit ist zwar eine Bürgschaft aller Bundesländer gescheitert. Doch die drei Länder hätten trotzdem über die komplette Summe von 70 Millionen Euro bürgen können, die als KfW-Kredit an Schlecker fließen würden. Doch nun hat Bayern einer Bürgschaft für Schlecker eine klare Absage erteilt.
Schlecker benötigt einen Kredit über 71 Millionen Euro von der staatlichen Förderbank KfW, um damit eine Auffanggesellschaft für 11.000 von Kündigung bedrohte Mitarbeiter zu finanzieren. Die Länder sollen dafür bürgen. Niedersachsen und Sachsen hatten eine Zustimmung dazu aber bisher verweigert. Weitere Bundesländer wollten sich nur beteiligen, wenn aus allen Ländern eine Zustimmung zur Bürgschaft kommt. Deshalb werde nun nach der Alternativlösung gesucht, sagte Gönner. Noch am Mittwoch muss eine Entscheidung fallen, sonst wird den betroffenen Schlecker-Beschäftigten gekündigt. dpa/AZ