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Medienbericht: Bestechung: Anklage gegen Formel-1-Chef Ecclestone

Medienbericht

Bestechung: Anklage gegen Formel-1-Chef Ecclestone

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    Formel-1-Chef Ecclestone, der selbst als Zeuge in dem Münchner Prozess um Gribkowsky aufgetreten war, hat nun offenbar selbst Ärger mit der Staatsanwaltschaft.
    Formel-1-Chef Ecclestone, der selbst als Zeuge in dem Münchner Prozess um Gribkowsky aufgetreten war, hat nun offenbar selbst Ärger mit der Staatsanwaltschaft. Foto: Tobias Hase, dpa

    Die Münchner Staatsanwaltschaft hat nach  Informationen der Süddeutschen Zeitung Anklage gegen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone erhoben. Die Ermittler lasteten dem  Briten zwei Delikte an, berichtet die Zeitung in ihrer Mittwochsausgabe: Ecclesone soll sich demnach der Bestechung eines Amtsträgers und der Anstiftung zur Untreue schuldig gemacht haben.

    Ecclestone soll Ex-LBWW-Vorstand Gribkowsky bestochen haben

    Ecclestone soll das wegen Bestechlichkeit und anderer Delikte zu achteinhalb Jahren Haft verurteilte Ex-Vorstandsmitglied der Bayerischen Landesbank Gerhard Gribkowsky bestochen haben. In dem  Prozess gegen Gribkowsky war Ecclestone nach Zusage freien Geleits  als Zeuge aufgetreten. Gribkowsky behauptet, von Ecclestone mit  Millionenbeträgen bestochen worden zu sein.

    44  Millionen Dollar Schmiergeld für Gribkowsky

    Ecclestone habe Gribkowsky im vergangenen Jahrzehnt heimlich 44  Millionen Dollar zukommen lassen, heißt es in dem SZ-Bericht. Die  BayernLB war Hauptaktionär der Formel 1. Gribkowsky ließ sich nach  den Ermittlungen der Justiz dafür schmieren, dass er half, die  Formel-1-Aktien der Bank an einen Ecclestone genehmen Käufer zu  veräußern.

    Die Chronologie der Formel-1-Affäre

    April 2002: Kirch Media meldet Insolvenz an. Die BayernLB erhält als Pfand für einen Kredit über 988 Millionen Euro 62 Prozent an der Formel-1-Gesellschaft Speed.

    Januar 2003: Die BayernLB beruft Gerhard Gribkowsky in den Vorstand. Als Risikomanager kümmert er sich auch um die Verwertung der Formel-1-Beteiligung.

    2004/2005: Autokonzerne drohen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone, eine eigene Rennserie zu gründen.

    September 2005: Der Finanzinvestor CVC will der BayernLB ihre Speed-Anteile abkaufen.

    Oktober/November 2005: Laut Anklage fordert Gribkowsky von Ecclestone heimlich 50 Millionen Dollar und bekommt einen entsprechenden Beratervertrag zugesagt. Auf Veranlassung Gribkowskys zahlt die BayernLB Ecclestone 41 Millionen Dollar Provision für die Vermittlung des Käufers CVC. Vorstand und Verwaltungsrat der BayernLB billigen den Verkauf der Formel-1-Anteile an CVC für 839 Millionen Dollar (675 Millionen Euro).

    März 2006: Die BayernLB erstattet der Bambino-Stiftung von Eccelstones Ehefrau für Auslagen 25 Millionen Dollar.

    Juli 2006 bis Dezember 2007: Laut Anklage erhält Gribkowsky von Ecclestone und Bambino über Briefkastenfirmen 44 Millionen Dollar (knapp 33 Millionen Euro) auf Konten seiner Privatstiftung Sonnenschein in Salzburg.

    April 2008: Gribkowsky verlässt die BayernLB.

    Januar 2011: Gribkowsky wird unter dem Verdacht der Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung verhaftet.

    Mai 2011: Gribkowsky wird mit seinen ehemaligen Vorstandskollegen wegen Untreue beim Kauf der Hypo Group Alpe Adria 2007 angeklagt. Die BayernLB verklagt zudem alle auf 200 Millionen Euro Schadenersatz und lässt Gribkowskys Vermögen einfrieren.

    Juli 2011: Gribkowsky wird auch wegen der Formel-1-Affäre angeklagt. Eccelstone gibt die Millionenzahlungen öffentlich zu.

    So soll er dem Briten geholfen haben, an der Macht zu  bleiben, dabei soll er die Landesbank geschädigt haben. Die  BayernLB soll durch den angeblichen Schmiergeld-Deal um 40 bis 400  Millionen Dollar geschädigt worden sein. afp

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