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Das Phantom-Krokodil: "Klausi" war doch nur ein Biber

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Das Phantom-Krokodil: "Klausi" war doch nur ein Biber

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    Krokodil "Klausi" war doch nur ein Biber: Das angebliche Krokodil in einem bayerischen Badesee hat sich als Biber entpuppt.
    Krokodil "Klausi" war doch nur ein Biber: Das angebliche Krokodil in einem bayerischen Badesee hat sich als Biber entpuppt. Foto: dpa

    Krokodil "Klausi" war doch nur ein Biber: Das angebliche Krokodil in einem bayerischen Badesee hat sich als Biber entpuppt. "Die Auswertung der Wildkameras in dem Uferbereich hat keine Anzeichen auf ein Krokodil ergeben", sagte Stadtsprecher Lothar Mulzer am Montag. Damit werde die Akte "Klausi" geschlossen.

    Krokodil "Klausi": Ein Phantom

    Nach Rücksprache mit dem Biberbeauftragten des Landkreises Schwandorf sei davon auszugehen, dass es sich bei dem Tier, das zwei Zeugen gesehen hatten, um einen Biber gehandelt habe. Das Badeverbot am Mittleren Klausensee wurde aufgehoben. Das Phantom-Krokodil "Klausi" hatte die Stadt mehr als eine Woche lang in Atem gehalten.

    "Klausi": Badeverbot gehängt

    Die beiden Zeugen hatten angegeben, ein etwa ein Meter langes Tier mit langem Schwanz und Krallen gesehen zu haben. Da die Behörden die Angaben ernst nahmen, wurde ein Badeverbot verhängt. Zahlreiche Suchaktionen - auch nachts und mit 70 Einsatzkräften - blieben erfolglos. Anschließend hatte sich die Stadt entschieden, das Ufer mit vier Wildkameras zu überwachen.

    3700 Bilder ausgewertet

    Die Behörde wertete 3700 Bilder aus den Fotofallen aus. "Es waren Füchse, Graureiher, freilaufende Hunde und abgebrochene Äste darauf zu sehen, aber kein Krokodil", sagte Mulzer. Es sei nicht nötig gewesen, einen Reptilien-Experten zu Rate zu ziehen. Schwandorfs Oberbürgermeister Helmut Hey (SPD) sowie der Ordnungsamtsleiter und ein Feuerwehrmann hätten die Bilder ausgewertet.

    Tiergeschichten aus dem Sommerloch

    Im Sommer 2006 beschäftigte «Problembär» Bruno die Menschen - der erste freilebende Bär in Deutschland seit 170 Jahren. Bruno streunte wochenlang zwischen Bayern und Österreich herum, riss Schafe und Hasen, tauchte in bewohnten Gebieten auf und wurde Ende Juni nach wochenlanger Verfolgung schließlich von einem Jäger in Bayern erschossen. Aus der Berichterstattung verschwand Bruno damit aber noch nicht: Auch die Trauer um den Bären und die Kritik an seinem Abschuss waren noch für eine Weile Thema.

    Als weniger handfest erwies sich im gleichen Jahr die Geschichte über einen im Neckar gesichteten meterlangen Python: Ein Angler entdeckte das Tier mit der marmorierten Haut zwischen Neckarsteinach und Hirschhorn als erster, später fand sich noch eine weitere Zeugin. Dennoch gab die Polizei nach einigen Tagen die vergebliche Suche nach «Neckar-Nessie» auf, da man sich wenig Hoffnungen machte, die Schlange zu fangen. Ein anderer Python hatte schon drei Jahre zuvor am Ufer der Ruhr in Jülich die Menschen in Atem gehalten, war aber ebenfalls nicht gefunden worden.

    Für große Unruhe hatte einige Jahre zuvor - im Sommer 2001 - auch der Mönchengladbacher «Killerwels» Kuno gesorgt, der sogar einen kleinen Dackel verspeist haben soll. Die Meinungen zum richtigen Umgang mit dem mysteriösen Fisch gingen stark auseinander: Angler wollten ihn fangen, Tierfreunde starteten Rettungsaktionen für Kuno. Der Wirbel um den schuppigen Unruhestifter schaffte es sogar bis in US-Zeitungen. Gefunden wurde er jedoch erst knapp zwei Jahre später - allerdings mit dem Bauch nach oben: Mitarbeiter der Stadt bargen damals einen mehr als 30 Kilogramm schweren toten Wels aus dem betreffenden Weiher.

    Schneller fingen Taucher den berühmten Kaiman Sammy, der im Sommer 1994 an einem See im niederrheinischen Dormagen seinem Besitzer entwischte und schnell zum Kult-Krokodil avancierte. Sofort wurde ein Badeverbot verhängt, obwohl das Reptil damals mit einer Größe von rund 70 Zentimetern noch verhältnismäßig klein war. Über Wochen verfolgten die Bundesbürger gespannt die Suche nach dem flüchtigen Kaiman, der am 15. Juli schließlich eingefangen werden konnte.

    Das Rheinkrokodil, das am 22. Juni 2001 bei Bingen gesichtet wurde, entzog sich dagegen dauerhaft seinen Verfolgern. Zwar gab es nach den Schilderungen einiger Augenzeugen ein vorsorgliches Badeverbot auf der Rheininsel Mariannenaue, doch ob das Reptil existiert, konnte nie geklärt werden. Nur einmal glaubte die hessische Wasserschutzpolizei für wenige Momente, das mysteriöse Krokodil endlich dingfest gemacht zu haben - doch die bei Geisenheim in dem Fluss treibende zwei Meter lange Echse erwies sich als hölzernes Machwerk eines Scherzboldes.

    "Jetzt kann wieder Ruhe einkehren", sagte Mulzer. Es könne auch wieder unbeschwert in den Seen gebadet werden. Vor allem im angrenzenden Naturfreibad Klausensee waren die Gäste in den vergangenen Tagen ausgeblieben. Dabei liegt das Gewässer, in dem "Klausi" vermutet wurde, mehrere hundert Meter entfernt. (dpa, AZ)

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