Schlaglöcher, Risse und Brüche: Der harte Winter lässt den Asphalt auf den Straßen leiden. Das wird teuer für Bayern. Von Nadja Aswad

Während der Schnee langsam von Deutschlands Straßen verschwindet, werden die hässlichen Folgen des Winters sichtbar: Vielerorts klaffen Risse in den Teerdecken, der Asphalt ist übersät mit Schlaglöchern.
Der Städte- und Gemeindebund rechnet nun mit bis zu vier Mal höheren Winterkosten - bundesweit. Die Sanierung der Straßen werde Milliarden verschlingen, heißt es in einer vorläufigen Bilanz. Allein in Berlin liege der allernötigste Bedarf bei 100 Millionen Euro - zur Verfügung stünden aber nur 2,5 Millionen.
Wilfried Schober, Sprecher des bayerischen Gemeindetages, relativiert diese Aussagen jedoch: "Natürlich waren die Norddeutschen geschockt über den Winter, normalerweise ist es bei ihnen ja längst nicht so kalt." Für Bayern rechnet er jedoch nicht mit einer derartigen Kostenexplosion. "Uns liegen zwar noch keine genauen Daten vor, aber die Erfahrung zeigt: Es wird teuer werden", ist er sich sicher - allerdings rechne man im Freistaat nur mit Ausgaben, die anderthalbmal bis doppelt so hoch seien wie sonst, meint Schober.
Außergewöhnlich hohe Beträge
Angela Roßmann, die bei der obersten Baubehörde des bayerischen Innenministeriums für den Winterdienst zuständig ist, bekräftigt dies. Ihr liegen ebenfalls noch keine genauen Erhebungen vor, doch auch sie rechnet mit "außergewöhnlich hohen" Beträgen. Üblicherweise liegen die Winterkosten der bayerischen Straßenbauverwaltung bei durchschnittlich 84 Millionen Euro, in einem Rekordwinter seien es rund 110 Millionen.
Auf den Straßen nehmen Mitarbeiter von Bauhöfen und Straßenmeistereien derzeit eine Bestandsaufnahme der Schäden vor. Zu den Sachverständigen gehört auch Konrad Schneller, Leiter der Autobahnmeisterei Gersthofen. Er betreut die Autobahn A 8 zwischen Augsburg und Burgau, die Bundes- und Staatsstraßen im Landkreis Aichach-Friedberg und im südlichen Landkreis Augsburg. Seine Mitarbeiter hätten bereits etliche kleinere Straßenschäden mit Kaltasphalt ausgebessert, sagt Schneller. Hauptsächlich ältere Staatsstraßen und Ortsdurchfahrten seien betroffen.
Erst kalt, später heiß
Manche Schäden, die jetzt provisorisch mit teurem Kaltasphalt geflickt werden, sollen dann im Sommer mit Heißasphalt ausgebessert werden. Der ist widerstandsfähiger und günstiger als Kaltasphalt, kann aber wegen der niedrigen Temperaturen derzeit noch nicht verbaut werden, erklärt Schneller. Denn: Heißasphalt wird mit einer Temperatur von 160 Grad angeliefert und muss flüssig verarbeitet werden. Im Moment ist es dafür aber noch zu kalt.
In Neu-Ulm sind durch den ständigen Wechsel von Tau- und Winterwetter in den vergangenen Monaten größere Schäden an sechs Straßen im Stadtgebiet entstanden, zusätzlich müssen 30 kleinere Ausbesserungen vorgenommen werden. Aber auch hier seien die Schadenserhebungen längst nicht abgeschlossen: "In vier Wochen wissen wir mehr", erklärt Rolf Egert von der Tiefbauverwaltung der Stadt. Für die Straßensanierung sei jährlich ein Etat von 800.000 Euro vorgesehen, sagt Egert. "Und wir bemühen uns, damit hinzukommen." Von Nadja Aswad
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