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Audio-Guides: Die Heimat lauschend erkunden

Audio-Guides

Die Heimat lauschend erkunden

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    „Das Kloster Roggenburg
    „Das Kloster Roggenburg Foto: Fotos: A. Kaya

    In Nördlingen kennt Maria Holl jeder. Die Wirtin wurde 1593 wegen Hexerei angeklagt. Doch sie überstand alle 62 Folterverhöre ohne zu gestehen und wurde freigesprochen. Durch ihre Standhaftigkeit ging sie ein in die Nördlinger Geschichte. Und bald könnte sie über die Grenzen der Stadt hinweg bekannt werden. Denn ihre Geschichte wird, ebenso wie die von vielen anderen Frauen, in der neuen Audio-Guide-Führung „Hexen in Nördlingen“ erzählt. Diese und fünf weitere Themenführungen – die sogenannten Lauschtouren – wurden gestern vom Tourismusverband Bayerisch-Schwaben in München vorgestellt.

    Insgesamt sechs Lauschtouren wird es ab dem 1. Mai in der Region Bayerisch-Schwaben geben. Mit einem iPod oder einem Smartphone können das Leipheimer Moos, die Stadt Donauwörth, der Rieskrater, der Goldberg im Dillinger Land, das Kloster Roggenburg sowie die Geschichte der Hexen in Nördlingen erforscht werden. Das Besondere dabei: Gesprochen werden die Führungen von Menschen aus der jeweiligen Region. Diese lassen ihr Wissen über Sagen, Mythen und Historie mit einfließen. Klaus Holetschek, Vorsitzender des Tourismusverbandes, sagt dazu: „Das Schöne an den Führungen ist, dass sie so authentisch sind.“

    Produziert hat die Lauschtouren Marco Neises. Fast ein Jahr hat es gedauert, bis der ehemalige SWR3- Reporter die sechs Führungen fertig hatte. Vor Ort fahren, recherchieren, Originaltöne der Mitwirkenden aufnehmen, die passenden Hintergrundgeräusche einfügen – entstanden sind Hör-Reportagen zwischen einer halben und einer dreiviertel Stunde Abspieldauer. Doch die viele Arbeit hat Neises auch interessante Begegnungen und Erfahrungen geschenkt: „Es war spannend zu sehen, welche Geschichten hinter den Dingen stecken, an denen ich sonst vielleicht vorbeigelaufen wäre.“ So habe er sich beispielsweise von Totholz und Obststreuwiesen begeistern lassen.

    Klaus Holetschek sieht das Projekt auch von der praktischen Seite: „Die Lauschtour ist ein wunderbarer Weg, unterschiedliche touristische Themen spannend zu inszenieren und damit für Gäste attraktiv zu machen.“ Zudem sei das Projekt für die Förderung des Tourismus im ländlichen Raum von großer Bedeutung. Um es zu realisieren, wurden vom Verband und dessen Partnern 60000 Euro investiert.

    Erhältlich sind die Audio-Guides kostenlos über eine App, die im App-Store und im Android-Market unter Bayerisch-Schwaben-Lauschtour heruntergeladen werden kann. Zudem gibt es iPods zum Ausleihen vor Ort. Zwischen einer und vier Stunden dauern die Führungen. Die längste ist die Tour im Rieskrater, die als Einzige mit dem Auto abgefahren werden muss. Für Kinder ist die Tour durch Donauwörth am spannendsten, denn dort treffen sie auf Klappi, den Storch. Für das nächste Jahr sind weitere Lauschtouren geplant.

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