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Jagd: Die Kuh, die ein Reh sein will

Jagd

Die Kuh, die ein Reh sein will

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    Die scheue Kuh Yvonne lebt im Wald.
    Die scheue Kuh Yvonne lebt im Wald. Foto: Foto: dpa

    Mühldorf Als „Kuh, die ein Reh sein will“ wurde sie bekannt: Nun soll das Rind, das seit gut zwei Monaten frei im Wald im Kreis Mühldorf lebt, eingefangen oder notfalls abgeschossen werden. Nachdem das Tier beinahe mit einem Polizeiauto zusammengestoßen wäre, erließ das Landratsamt eine Anordnung zum Abschuss aus Sicherheitsgründen.

    Zugleich versuchen Helfer des Gnadenhofs Gut Aiderbichl, die Kuh zu betäuben. Seit einer Woche sind ein Dutzend Helfer mit Aiderbichl-Experten und Tierärzten zu Fuß, zu Pferd und im Geländewagen unterwegs, um das scheue Rind aufzuspüren und zu betäuben. Zusätzlich sind zwei Jäger mit Betäubungs- und Jagdgewehr unterwegs. Doch nur wenn aus Sicherheitsgründen nötig – etwa wenn die Kuh aufgeschreckt zur Straße läuft –, soll sie erschossen werden. Die Helfer gehen mit großer Vorsicht vor. „Wir kennen die Wege, wo sie sich meistens aufhält. Aber momentan haben wir keine Spur“, sagte der Gutsverwalter von Aiderbichl. „Sie ist ja wie ein Reh, wie ein Wildtier.“ Die lange Zeit alleine im Wald habe ihre Instinkte geweckt – das sei nicht ungewöhnlich. Am 24. Mai war die Kuh entwischt. Das sechsjährige Tier war von einem österreichischen Bauern an einen Kollegen verkauft worden, der sie mästen und schlachten wollte. Vielleicht merkte das Rind, dass seine Tage auf der Weide gezählt waren – es büxte aus und versteckte sich im Wald. Schon Anfang Juli berichtete die Passauer Neue Presse von der „Kuh, die ein Reh sein will“. Denn wie ein Reh suchte sie einen Platz im Unterholz, an dem sie die Tage verbringt. Erst zur Dämmerung kommt sie aus dem Wald, um zu grasen.

    Seitens der Behörden hätte sie dieses Leben weiterführen können – wenn sie nicht am Freitag ausgerechnet vor ein Polizeiauto gerannt wäre. „Da konnte man nicht mehr zuschauen“, sagt Erich Kozel, Fachbereichsleiter öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt. „Es sind sofort Verkehrsschilder aufgestellt worden.“ Das Rind bekam übrigens den Namen Yvonne – nach einer schwer kranken Frau aus Frankfurt, die sich sehr wünscht, dass das Tier lebend gefangen wird. Sabine Dobel, dpa

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