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Drohendes Rauchverbot: Dunkle Wolken über der Jubiläumswiesn

Drohendes Rauchverbot

Dunkle Wolken über der Jubiläumswiesn

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    Eine junge Frau raucht in einem Bierzelt in München (Oberbayern) auf dem Oktoberfest. Archivbild
    Eine junge Frau raucht in einem Bierzelt in München (Oberbayern) auf dem Oktoberfest. Archivbild Foto: th/dt

    München Es soll eine rauschende Jubiläumswiesn werden. Im nächsten Jahr feiert das größte Volksfest der Welt sein 200-jähriges Bestehen, seit Monaten laufen die Planungen auf Hochtouren - doch jetzt umwölkt ein mögliches Rauchverbot die Vorfreude. (absatz}

    Wenn nach einem Erfolg des Volksentscheids in Bayern in den Zelten bei feuchtfröhlicher Stimmung nicht mehr gequalmt werden darf, könnte das die Feierlaune empfindlich dämpfen. "Auf jeden Fall befürchte ich eine große Unsicherheit der Wirte und Gäste gerade zur Jubiläumswiesn", sagt Festleiterin Gabriele Weishäupl. Der Grundsatz "leben und leben lassen" wäre beeinträchtigt.

    Sechs Millionen Gäste kommen jedes Jahr zu dem Volksfest. Zur Jubiläumswiesn vom 18. September bis 3. Oktober 2010 erwartet Weishäupl noch größeren Andrang. Die Deutsche Zentrale für Tourismus habe die Wiesn zum Werbeleitthema 2010 erkoren, außerdem sei mehr Berichterstattung und Aufmerksamkeit in aller Welt zu erwarten.

    Sollte das Rauchverbot kommen, sind Turbulenzen programmiert. Anders als in Gaststätten können Besucher die Zelte zum Rauchen nicht einfach verlassen - dann laufen sie nämlich Gefahr, bei dem Massenansturm nicht mehr zurück an ihren Platz zu kommen.

    Die Zeit für die Wirte, andere räumliche Möglichkeiten für Raucher zu schaffen, ist viel zu knapp, sagt Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle. Bis Mitte Juli soll der Volksentscheid stattfinden. "Da sind die Wirte schon am Aufbauen." Änderungen an ihren Zelten müssten sie zudem jetzt beantragen.

    Schon beim ersten Versuch, in Bayern ein striktes Rauchverbot zu installieren, gab es massive Kritik der Wiesn-Wirte. Kurzerhand wurde für Volksfeste eine Ausnahme festgeschrieben. Das dürfte dieses Mal kaum möglich sein, der Gesetzgeber könnte sich schlecht über den Willen des Volkes hinwegsetzen.

    Der Kreisverwaltungsreferent hofft, dass ein mögliches Rauchverbot erst nach der Wiesn in Kraft tritt. "Wenn es ganz blöd läuft, ist es am 1. Oktober." Dann würde sich mitten im Festverlauf die Rechtslage ändern. Gäste, die eben noch nach Herzenslust qualmen durften, müssten plötzlich mit Bußgeldern rechnen - oder mit Anfeindungen von Nichtrauchern, die sich nun im Recht sehen.

    Schon ohne das Reizthema Rauchen geraten sich Besucher häufig in die Haare. Solange es keine Möglichkeit gibt, draußen zu rauchen, sieht Blume-Beyerle kaum Chancen zur Durchsetzung eines Verbots. "Selbst wenn ich das Personal hätte: Soll ich dann mit 100 Bezirksinspektoren in das Zelt eindringen und 1000 Raucher mit Bußgeld überziehen? Das ist doch absolut lebensfremd!"

    Die wichtigsten Feierlichkeiten zum 200-jährigen Jubiläum werden sich ohnehin außerhalb der Zelte abspielen. Höhepunkt soll ein Pferderennen sein wie vor 200 Jahren. Das Oktoberfest entstand aus der fünftägigen Hochzeitsfeier des Kronprinzen Ludwig von Bayern mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen, die mit einem Pferderennen am 17. Oktober 1810 endete.

    Die Festwiese wurde zu Ehren der Braut "Theresienwiese" getauft. Obwohl traditionellster Teil des Oktoberfests wurde das Pferderennen 1938 abgeschafft. Es nun auf dem mit Buden, Fahrgeschäften und Zelten zugebauten Platz aufleben zu lassen, wird den Organisatoren einiges abverlangen.

    Noch haben die Bayern nicht entschieden, ob sie das strikte Rauchverbot auch für Volksfeste wollen. "Das Volk möge sprechen und kundtun, was es meint zum Thema Rauchen", sagt Weishäupl. "Dann müssen wir sehen, wie man es umsetzen kann und was vernünftig organisierbar ist."

    Wirtesprecher Toni Roiderer sieht dem möglichen Rauchverbot gelassen entgegen. "Dann werden wir damit in der Form fertig werden, wie es die Demokratie verlangt. Das Leben ist kein Wunschkonzert." (dpa)

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