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Warnung vor Salat: EHEC: Vier Fälle in Bayern

Warnung vor Salat

EHEC: Vier Fälle in Bayern

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    Eine Petrischale mit EHEC-Bakterienstämmen auf einem speziellen Nährboden. dpa
    Eine Petrischale mit EHEC-Bakterienstämmen auf einem speziellen Nährboden. dpa

    Norddeutschland ist von EHEC am stärksten betroffen. Doch auch die Zahl der EHEC-Erkrankungen nimmt in Bayern weiter zu – allerdings deutlich weniger stark als in zahlreichen norddeutschen Bundesländern. Wie das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mitteilte, verdoppelte sich die Zahl der bestätigten Erkrankungen auf vier. Bei allen nimmt die Infektion den schweren bis lebensgefährlichen Verlauf (HUS). Hinzu kommen mehrere Verdachtsfälle.

    Im Uniklinikum Erlangen wird nach Angaben eines Sprechers ein elf Jahre altes Mädchen wegen EHEC behandelt. Das Mädchen benötige eine Dialyse. In Bayreuth hat sich der Verdacht auf eine Infektion bei einer 28-Jährigen bestätigt.

    EHEC: Tomaten, Gurken, Salat unter VerdachtDie meisten Betroffenen haben sich offenbar nicht in Bayern mit dem Erreger angesteckt. Sie befanden sich auf der Durchreise oder hielten sich zuletzt in Norddeutschland auf. „Bei allen vier nachgewiesenen Fällen besteht ein direkter Zusammenhang mit den Erkrankungen in anderen Bundesländern“, bestätigte das Landesamt.

    Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnte am Abend vor dem Verzehr von Salatgurken, Blattsalaten und rohen Tomaten insbesondere aus Norddeutschland. Eine Studie habe gezeigt, dass EHEC-Erkrankte diese Gemüse deutlich häufiger verzehrt hätten als gesunde Vergleichspersonen. Bislang gibt es keine Hinweise, dass Lebensmittel in Bayern mit dem Erreger belastet sind.

    Die drei Patienten, die derzeit im Klinikum Augsburg mit dem Verdacht auf eine EHEC-Infektion behandelt werden, stammen nach Darstellung eines Kliniksprechers aus Norddeutschland. Sie wollten in Augsburg Urlaub machen, als sie wegen Beschwerden ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Ob es sich tatsächlich um eine Infektion mit dem gefährlichen Darmkeim handelt, wird in den nächsten beiden Tagen feststehen. Einer der Patienten liegt derzeit auf der Intensivstation. Sein Zustand sei aber stabil.

    EHEC: Vier Todesopfer in Deutschland

    Bundesweit stieg die Zahl der bestätigten Erkrankungen und Verdachtsfälle auf mehr als 600. Über 140 Patienten leiden laut RKI an dem schweren Krankheitsverlauf (HUS), bei dem es zu Nierenversagen und Blutarmut kommt. Nach zwei weiteren Todesfällen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein erhöhte sich die Zahl der Todesopfer, die mit EHEC in Verbindung gebracht werden, auf vier. Über die Herkunft des Erregers gibt es weiter nur Spekulationen. Experten vermuten, abgepackter Salat oder anderes Gemüse könnte der Grund für die Ansteckung sein.

    Bei vielen Landwirten steigt derweil die Verunsicherung. Bislang habe die EHEC-Welle noch keine Auswirkungen auf den Markt, sagte Brigitte Scholz, Sprecherin des Bayerischen Bauernverbandes. „Gerade die Gemüsebauern beobachten die aktuelle Entwicklung aber mit großer Sorge.“

    Damit die Verbraucher wieder mehr Sicherheit gewinnen würden, sei es wichtig, dass die Ursachenforschung schnell voranschreite. Manche Mutmaßungen seien wenig plausibel – wie etwa, dass Gemüse durch Gülledüngung verunreinigt wurde. „Das wird so nicht praktiziert“, sagte Scholz.

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