Im Laufe des Tages sollen zwei Patienten, die auf der Infektionsstation am Klinikum Augsburg behandelt wurden entlassen werden. Einer der beiden Patienten war, wie am Donnerstag berichtet, mit dem EHEC-Keim infiziert. Bei ihm hat die Krankheit keinen tödlichen Verlauf genommen. Er war ein einer leichteren Form erkrankt.
Ein weiterer Patient, bei dem eine EHEC-Infektion "nach wie vor sehr unwahrscheinlich ist", so der Medizinische Direktor des Klinikums Augsburg, Dirk Richter, bleibt zur weiteren Abklärung zunächst in stationärer Betreuung. Auch der Zustand der zwei Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden, hat sich stabilisiert und verbessert sich zunehmend. Bei beiden Patienten ist bislang keine EHEC-Infektion nachgewiesen.
Die Zahl der EHEC-Erkrankten in Deutschland steigt immer weiter. Derweil läuft die Suche nach der Quelle des EHEC-Erregers weiterhin auf Hochtouren. Deutschland wird als Ort der Verschmutzung von Gurken nicht ausgeschlossen. Nachdem Hamburger Wissenschaftler am Donnerstag spanische Salatgurken als EHEC-Quelle ausgemacht hatten, sind in Spanien jetzt Untersuchungen eingeleitet worden. Das sagte das Gesundheitsministerium in Madrid am späten Donnerstagabend. Die Behörden in Andalusien hätten sich mit zwei Agrarbetrieben in Verbindung gesetzt, aus denen die verseuchten Gurken stammen könnten. Das Gemüse, das nach dem Import auf einem Hamburger Großmarkt gelandet war, ist vom Hamburger Hygiene-Institut als Träger des Erregers identifiziert worden.
Zwar liegen noch keine Anhaltspunkte für die Ursache der Verunreinigung vor, doch wollen die spanischen Behörden nicht ausschließen, dass die Gurken bei der Verarbeitung in Deutschland verunreinigt worden seien. Nach Angaben des spanischen Herstellers Pepino Bio Frunet seien die Gurken wohl während des Transports in Deutschland verunreinigt worden. Laut einem Unternehmens-Manager des spanischen Bio-Betriebs, den die Bild-Zeitung zitiert, seien die Gurken während des Transports in Hamburg vom Laster gefallen. Das habe der deutsche Händler dem spanischen Unternehmen per E-Mail mitgeteilt. Dass die Gurken dadurch verunreinigt worden, ist nicht auszuschließen. Der spanische Manager sagte ebenfalls, dass sein deutscher Abnehmer in der E-Mail mitgeteilt hatte, die Gurken trotz des Sturzes vom LKW verkaufen zu wollen.