Die Regierungserklärung von Agrarminister Helmut Brunner liest sich wie ein Rettungsprogramm für das Heile-Welt-Image, das die bayerische Landwirtschaft in Urlaubsprospekten hat: mehr regionale Produkte in die Läden, mehr Bio auf die Äcker und in die Küchen der Verbraucher, Kinderbesuche auf den Bauernhöfen, die Rettung der Kulturlandschaft – eine schöne Vision. Man kann den Minister nur darin bestärken, diese ehrenwerten Ziele nie aus den Augen zu verlieren.
Dem tatsächlichen Trend zur weiteren Intensivierung der Landwirtschaft in einem knallharten Wettbewerb laufen sie zuwider. Das Diktat des Marktes wird manche Illusion zerstören. Denn der massenhafte Import etwa von Bioprodukten aus dem Ausland hängt ja auch damit zusammen, dass diese billiger sind als die im Inland erzeugten. Bayerische Biobauern haben unlängst ihre Kartoffeln verschenkt, weil sie von dem, was der Handel ihnen zahlt, nicht leben können. Die Absicht des Ministers, den Ökolandbau zu verdoppeln, lässt sich nur mit dem Handel und dem Verbraucher verwirklichen.
Trotzdem ist es gut, dass Brunner ein Idealbild zeichnet, an dem wir uns orientieren können. So hätten wir es gern, also lasst es uns versuchen.