Es gibt erste Ergebnisse von der Obduktion des Elefantenbabys aus dem Münchner Tierpark Hellabrunn. Jamuna Tono litt an einer Krankheit, die ihre Knochen brechen ließ.

Das eingeschläferte Münchner Elefantenbaby Jamuna Toni litt an einer schlimmen Knochenerkrankung. Es hatte sich deshalb bereits zahlreiche Knochenbrüche am ganzen Körper zugezogen. Das wurde bei einer Untersuchung des Kadavers im Berliner Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung (IZW) bestätigt, wie der Münchner Tierpark Hellabrunn am Dienstag mitteilte.
Die multiplen Knochenbrüche machten eine stoffwechselbedingte Knochenerkrankung immer wahrscheinlicher, hieß es weiter in der Mitteilung. Eine entsprechende Krankheit hatte Zoodirektor Andreas Knieriem ohnehin schon vermutet. Zur wissenschaftlich genauen Klärung der Krankheitsursache sind etliche weitere Untersuchungen von Blut, Knochen und allen wichtigen inneren Organen geplant. Diese werden aber den Angaben zufolge noch Wochen in Anspruch nehmen.
Am Montag war die sechs Monate alte Jamuna Toni wegen der rätselhaften Erkrankung eingeschläfert worden. Die zuständige Ethikkommission - bestehend aus drei Tierärzten, einer Biologin, zwei Tierpflegern, einer Amtstierärztin und einer Tierschutzbeauftragen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit - hatte diese schwere Entscheidung getroffen. Aus Tierschutzgründen und wegen der aussichtslosen Prognose sollte das Tier von seinen Leiden erlöst werden. Die Kommission sehe sich nach den ersten Obduktionsergebnissen in ihrer Entscheidung bestätigt, hieß es.
Das Tier war unmittelbar nach der Einschläferung von der Hellabrunner Tierärztin Christine Kempter sowie dem Tierpfleger und "Ersatzpapa" Thomas Günther zu dem Berliner Institut gebracht worden. "Bei der Erstellung von Jamuna Tonis bisheriger Diagnose hat unser neuer Hochleistungscomputertomograf eine zentrale Rolle gespielt", sagte Thomas Hildebrandt, einer der weltweit führenden Elefantenexperten des Instituts der Mitteilung zufolge.
Das Elefantenbaby hatte in den letzten Tagen qualvolle Schmerzen erleiden müssen. Wegen schwerer Knochen-Verschiebungen in den Wachstumsfugen konnte es auch mit einer Stütze nicht mehr auf den Beinen stehen. "In so einem Fall ohnmächtig zu sein und nicht helfen zu können ist tragisch", sagte Zoo-Direktor Knieriem. dpa
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