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Prozess: Ex-Fernsehjournalist erlebt Alptraum in Sri Lanka

Prozess

Ex-Fernsehjournalist erlebt Alptraum in Sri Lanka

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    Hilfsprojekt von Little Smile in Sri Lanka. In der Mitte Organisator Michael Kreitmeir.
    Hilfsprojekt von Little Smile in Sri Lanka. In der Mitte Organisator Michael Kreitmeir.

    Es ist ein Alptraum, den Michael Kreitmeir, der Gründer der Kinderhilfsorganisation "Little Smile", in Sri Lanka gerade durchlebt. Wegen angeblichen Drogenbesitzes saß der 53-Jährige in Monaragala im Gefängnis. Seit Montag läuft der Prozess. Seine Frau in Eichstätt sowie seine Mitstreiter im Füssener Land sind von seiner Unschuld überzeugt, aber auch in großer Sorge.

    "Es ist einfach schrecklich. Man fühlt sich so hilflos", sagt Elke Kreitmeir gegenüber unserer Zeitung. Den ganzen Tag verbrachte sie bangend vor dem Telefon. Dann ein kurzer Anruf ihres Mannes: Nach fünfeinhalb Stunden Warten und fünf Minuten Verhandlung wurde der Prozess auf den 17. September vertagt, teilte er mit.

    Michael Kreitmeir dürften viele noch als Fernsehjournalist des Bayerischen Fernsehens kennen, vor allem aus der Sendung "Kunst und Krempel". Seit gut zehn Jahren aber widmet er sich ausschließlich seinem Hilfsprojekt Little Smile, das sich um singhalesische und tamilische Kinder in Not kümmert.

    Jetzt braucht Kreitmeir selbst Hilfe. Unterstützung vor Ort erhält er von der deutschen Botschaft. "Uns ist der Fall bekannt. Herr Kreitmeir wird vor Ort betreut und wir werden das Verfahren aufmerksam begleiten", bestätigt ein Sprecher des Auswärtigen Amts auf Anfrage. Das Amt stehe mit Kreitmeirs Angehörigen in Kontakt.

    Warum Kreitmeir seiner Ansicht nach im Gefängnis landete, beschreibt er auf der Internetseite von Little Smile: "Wie so oft geht es um Geld und Gier." Er kämpft für seine Unschuld und gegen einen scheinbar korrupten Provinzminister. Dieser habe versucht, von Kreitmeier vor einem halben Jahr Dachbleche im Wert von 200 000 Euro zu erpressen. Kreitmeir ging auf die Forderungen nicht ein und zeigte den Minister bei der Polizei an.

    Doch der Politiker machte mit seiner Drohung "dann bist du dran" ernst. Am 17. August wurde Kreitmeir bei einer Autofahrt von etwa 30 bewaffneten Soldaten einer Spezialeinheit gestoppt. Bei der Durchsuchung des Wagens entdeckten sie 1,8 Gramm Heroin. Das Rauschgift wurde Kreitmeir "untergeschoben", heißt es bei der Missionszentrale der Franziskaner in Bonn, die Little Smile seit vielen Jahren unterstützt.

    Am 25. August kam er "nach acht Tagen und Nächten mit körperlicher und seelischer Folter", wie die Mission mitteilt, wieder frei. Die Anklage wegen Drogenbesitzes bleibt aber bestehen. Im Falle einer Verurteilung drohen Kreitmeir mehrere Jahre Haft in Sri Lanka.

    "Er hat hundert Prozent nichts mit den Anschuldigungen zu tun", sagt Lenka Rühle. Seit zehn Jahren unterstützt die 72-Jährige aus Füssen Little Smile. Als sie von seiner Verhaftung und den Vorwürfen erfuhr, habe sie einen großen Schreck bekommen, sagt sie. Sie bete dafür, dass die Sache ein gutes Ende nehme. "Die Kinder von Little Smile brauchen ihn doch so sehr", sagt Rühle mit Tränen erstickter Stimme.

    Vor allem im Füssener Land hat Kreitmeir viele Unterstützer. Über 30 Patenschaften bestehen im Ostallgäu. Durch Kreitmeirs Bruder, der viele Jahre Pater in Füssen war, kam der Kontakt zustande. Auch der Füssener Stadtrat Uli Pickl kennt Kreitmeir weiß: "Der lässt sich nicht unterkriegen, und die Leute hier glauben an ihn." Uta Baumann

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