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29. Oktober 2009 19:25 Uhr

Bayern enttäuscht

Franken wollen eigene Partei gründen

Die Franken wollen eine eigene Partei gründen. Klar, dass das den Bayern nicht gefällt. Sie sind enttäuscht. Von Klaus Tscharnke

Enttäuschte Bayern

Das Parteilogo ist noch in Arbeit, das Parteiprogramm dagegen bereits unter Dach und Fach - mit der "Partei für Franken" wollen sich unzufriedene Franken künftig mehr politisches Gewicht in Bayern verschaffen. Nach mehrmonatiger Vorbereitung soll die Partei am morgigen Samstag in Bamberg aus der Taufe gehoben werden - als Speerspitze für all jene, die eine "moderne, selbstbewusste Politik für Franken" fordern, wie es auf der Internetseite des Zusammenschlusses heißt.

Mit 150 Gründungsmitgliedern rechnet der designierte Landesvorsitzende der künftigen Franken-Partei, Robert Gattenlöhner, aus dem mittelfränkischen Roth. Die künftigen Mitglieder rekrutierten sich aus allen Parteien - Gattenlöhner selbst sei bisher Mitglied der SPD gewesen. Aber auch Christsoziale, Liberale und Grüne seien darunter, berichtet er. Sie alle eine die bittere Erkenntnis, "dass die jetzigen Politiker in München nicht unbedingt fränkische Interessen vertreten".

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Auf der Internetseite findet sich denn auch eine lange Liste angeblicher Benachteiligungen Frankens. So seien gerade mal 22 Prozent der bayerischen Privatisierungserlöse in den nördlichen Teil des Freistaates geflossen, Hightech-Standorte hauptsächlich in Südbayern gefördert worden. Und dass Nordbayern heute wirtschaftlich schlechter dastehe, liege daran, dass die Staatsregierung systematisch die Verlegung von Firmensitzen nach Südbayern lanciert habe.

Eines freilich will die Partei nicht, "jedenfalls im Moment noch nicht", so Gattenlöhner: eine Abspaltung von Bayern. Auch versteht sich die Partei keineswegs als folkloristische Veranstaltung. Bei der Landtagswahl 2013 will die neue Partei den Bürgern "eine seriöse fränkische Alternative zur von Lobbyismus, Machtgier, Vetternwirtschaft und Filz durchdrungenen Landespolitik der übrigen Parteien anbieten". (Klaus Tscharnke, dpa)

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