Steuern rauf? Steuern runter? Die Positionen der Parteien
CDU/CSU: Um die Bezieher kleinerer und mittlerer Einkommen zu entlasten, will die Union die kalte Progression entschärfen, die von jeder Lohnerhöhung etwas mehr auffrisst.
Zur Gegenfinanzierung hat der CDU-Experte Norbert Barthle eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes vorgeschlagen.
Im Moment greift der Spitzensteuersatz von 42 Prozent bei Alleinstehenden ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 53 000 Euro.
SPD: Sie will den Spitzensteuersatz für Einkommen über 100 000 Euro auf 49 Prozent und die Abgeltungsteuer von 25 auf 32 Prozent anheben.
Außerdem wollen die Sozialdemokraten die Vermögensteuer wieder einführen und das Ehegattensplitting für neu Verheiratete abschaffen.
Grüne: Bei ihnen wäre der Spitzensteuersatz bereits ab 80 000 Euro fällig. Kapitalerträge müssten nach dem persönlichen Steuersatz versteuert werden, also mit bis zu 49 Prozent.
Außerdem wollen die Grünen zeitlich befristet eine Vermögensabgabe einführen, die Erbschaftsteuer erhöhen und das Ehegattensplitting stufenweise abschmelzen.
Der Grundfreibetrag soll von 8130 auf 8712 Euro steigen, um kleine Einkommen zu entlasten.
FDP: Wie die Union haben sich auch die Liberalen den Kampf gegen die kalte Progression auf ihre Fahnen geschrieben. Steuererhöhungen lehnen sie aus Prinzip ab.
Der Solidaritätszuschlag soll bis zum Jahr 2019 schrittweise abgeschafft werden. Um die Haushalte zu konsolidieren, will die FDP Subventionen abschaffen.
Linke: Bei ihr gehört auch die Mittelschicht zu den Besserverdienern: 53 Prozent Spitzensteuersatz ab einem Einkommen von 65 000 Euro. Der Grundfreibetrag soll auf 9300 Euro steigen.
Banker sollen für Boni Sonderabgaben zahlen. Bei einem Privatvermögen von über einer Million Euro soll eine Vermögensteuer von fünf Prozent fällig werden.
Jeden Euro, der ein Jahreseinkommen von mehr als einer Million übersteigt, will die Linke nach französischem Vorbild mit 75 Prozent besteuern. (rwa)
In der Verwandtenaffäre in Bayerns Staatsregierung und Landtag werden immer neue Details bekannt. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) erklärte, dass er neben seiner Frau auch seine Schwester und seine Nichte jahrelang mit einem Mini-Job beschäftigt hatte.
Brunner in der Kritik: Auch Schwester und Nichte beschäftigt
"Vom 1. April 1999 bis 31. Dezember 2008 hatte ich meine Schwester, vom 1. April 1999 bis 31. Dezember 2002 meine Nichte mit maximal 400 bzw. 325 Euro netto pro Monat beschäftigt", schreibt Brunner in der Erklärung, die am Samstag in der "Passauer Neuen Presse" veröffentlicht wurde. "Um das Thema Beschäftigung von Verwandten vollständig abschließen und reinen Tisch machen zu können, habe ich meinen Steuerberater gebeten, mir sämtliche Unterlagen seit Ende der 90er Jahre zukommen zu lassen." Das sei nun geschehen. dpa/lby