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Forschung: Höhenluft erleichtert offenbar das Abnehmen

Forschung

Höhenluft erleichtert offenbar das Abnehmen

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    gis_gesundheitstipps_diät
    gis_gesundheitstipps_diät

    Wer Probleme hat mit der Bikini-Figur, sollte für heuer seinen Urlaub vielleicht noch rasch umbuchen - und statt ans Meer in die Berge fahren. Aber nicht etwa, weil man in den Bergen eher selten einen Bikini braucht - sondern weil es in großer Höhe gelingen kann, dem Traum von der Bikini-Figur etwas näher zu kommen.

    Das haben Münchner Forscher in einer kleinen Studie überraschend festgestellt. Schon eine Woche Aufenthalt auf der Zugspitze, so deren Ergebnis, ließ bei 20 übergewichtigen Männern die Pfunde schmelzen.

    Und das, obwohl die Männer essen konnten, was und wie viel sie wollten - und obwohl sie sich nicht mehr bewegen mussten als sonst. Im Gegenteil, man hatte ihnen sogar ausdrücklich untersagt, Wandertouren zu unternehmen, wie Studienleiter Dr. Florian Lippl gegenüber unserer Zeitung berichtet. Dass dennoch bei den Studienteilnehmern schließlich ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von 1,5 Kilogramm zu verzeichnen war, hat das Forschungsteam um den Gastroenterologen an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität erfreut zur Kenntnis genommen - und kürzlich in der Fachzeitschrift Obesity publiziert.

    Wie sich der Aufenthalt in großen Höhen auf das Gewicht auswirkt, hat Lippl zufolge zuvor kaum jemand untersucht. Von Bergsteigern war zwar bekannt, dass sie auf Expeditionen (zum Beispiel auf den Mount Everest) deutlich an Gewicht verlieren - was aber vermutlich auf die großen Anstrengungen bei solchen Touren zurückzuführen ist. Außerdem gebe es eine Studie mit übergewichtigen Patienten aus Österreich, die zeigen konnte, dass mehrstündige Wanderungen auf 1700 Höhenmetern mit einem Gewichtsverlust verbunden sind. Aber auf die Idee, dicke Menschen zum Nichtstun auf Berggipfel zu schicken und zu beobachten, was unter dem Einfluss der Höhenluft geschieht, sei offenbar früher noch niemand gekommen.

    Für ihre Studie hatten die Münchner Forscher per Zeitungsanzeige nach potenziellen Teilnehmern gesucht - und waren auf reges Interesse gestoßen. Ausgewählt wurden schließlich 20 Männer mit einem Körpergewicht von durchschnittlich gut 105 Kilogramm. Nach einer Voruntersuchung in München ging es für eine Woche auf rund 2600 Höhenmeter in die Forschungsstation des Schneefernerhauses kurz unterhalb des Zugspitzgipfels. Mit reichlich Proviant im Gepäck: Nachschub an allem, was der Magen begehrte, gab es "in Hülle und Fülle", so Lippl. Trotzdem aßen die Teilnehmer im Schnitt täglich rund 700 Kalorien weniger als zuvor - und nahmen ab.

    Auch Blutdruck- und Blutzuckerwerte besserten sich. Und damit nicht genug, der Effekt war mit der Rückkehr nach München keineswegs verschwunden: "Vier Wochen nach dem Höhenaufenthalt war das Gewicht noch immer reduziert", schildert Lippl die Ergebnisse. Die Teilnehmer hätten sich mehr bewegt und seien insgesamt leistungsfähiger gewesen. In einem so genannten "Sechs-Minuten-Gehtest" hätten sie deutlich mehr Wegstrecke zurückgelegt als zuvor. Es sei spürbar mehr "Lust an Bewegung" vorhanden gewesen - und das alles, so der Arzt, "durch eine relativ einfache Lebensstil-Intervention." Bekanntlich steigern auch Sportler mit Aufenthalten in großen Höhen ihre Leistungsfähigkeit.

    Was sind die Gründe für den Erfolg? Lippl und sein Team vermuten, dass der verminderte Appetit in großer Höhe und ein Anstieg des hungerdämpfenden Hormons Leptin im Blut eine wesentliche Rolle spielten. Außerdem hatte sich auch der Grundumsatz erhöht, also jener Basis-Energieverbrauch des Körpers, der auch bei völliger Ruhe stets vorhanden ist. In einer weiteren Studie, die für den Sommer geplant ist, will man sehen, ob die positiven Effekte über einen Zeitraum von mehr als vier Wochen "konserviert" werden können. Zu diesem Zwecke wird man nach derzeitigen Planungen die Teilnehmer nach der Rückkehr von der Zugspitze dreimal wöchentlich für zwei bis drei Stunden in eine Druckkammer schicken, die die Luftdruckverhältnisse im Gebirge simuliert. Statt im Fitnessstudio zu schwitzen, müssen sie dort nur sitzen - sonst nichts.

    Wie schwer es ist, Übergewichtige abspecken zu lassen, ist hinlänglich bekannt: Zu Bewegung lassen sie sich oft kaum motivieren, Diäten sind schwer durchzuhalten; Tabletten sind nicht selten mit unerwünschten Nebenwirkungen und Operationen mit gewissen Risiken verbunden. "Wenn man eine Gewichtsabnahme auf andere Weise herbeiführen könnte, wäre das gut", ist Lippl daher überzeugt. Und wenn es dann auch noch eine so einfache Methode zum Abnehmen wäre - umso besser.

    Hintergrund: Höhenluft

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