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Ausstellung in Ingolstadt: Illuminaten: Die Entstehung eines Mysteriums

Ausstellung in Ingolstadt

Illuminaten: Die Entstehung eines Mysteriums

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    Der Thron der Illuminaten und auf der Säule das Symbol der Eule
    Der Thron der Illuminaten und auf der Säule das Symbol der Eule Foto: rilu

    Es war vor knapp zehn Jahren, als Ingolstadt in den Fokus der Welt rückte. Dan Browns Beststeller „Illuminati“ war gerade erschienen und die Menschen allerorten begeisterten sich für einen illustren Kreis gebildeter Männer, der bei Kerzenschein im düsteren Kämmerlein den Umsturz der Welt plante. Oder eben auch nicht.

    Eine Ausstellung in Ingolstadt – dem Ort, an dem die Illuminaten am 1. Mai 1776 von Adam Weishaupt (1748–1830) gegründet worden waren – zeigt nun die wahre Geschichte dieses Geheimbunds und seines Gründers. All die Dinge, die durch Quellen belegt sind. Aber sie zeigt auch, warum sich derart viele Verschwörungstheorien um diesen mysteriösen Orden ranken.

    Ende des 18. Jahrhunderts, ein gutes Jahrzehnt vor der Französischen Revolution, fanden die Gedanken der Aufklärung immer mehr Akzeptanz in der Gesellschaft. Doch die Ingolstädter Universität, das Zentrum der geistigen Elite Bayerns, war noch ein Hort jesuitischen Denkens. Adam Weishaupt, 28 Jahre alt und Professor für Kirchenrecht, wollte starre Krusten aufbrechen. Beatrix Schönewald, Leiterin des Ingolstädter Stadtmuseums, beschreibt es so: „Sein Ziel war der bessere Mensch durch Bildung.“

    Ihr Symbol war die Eule

    Zunächst scharte Weishaupt fünf Studenten um sich. Sie trafen sich abends in seiner Wohnung zu intellektuellen Gesprächen, sie philosophierten und entwarfen weltanschauliche Theorien. Ihr Symbol war die Eule, das Zeichen der Weisheit. Gleichzeitig steht der Vogel für das Nächtliche, das Geheimnisvolle. Die Mitglieder trugen Decknamen (Weishaupt ließ sich Spartakus nennen) und flüsterten sich ein geheimes griechisches Passwort ins Ohr. Bei der rituellen Aufnahme in den Orden war ein Skelett Zeuge.

    Viele Intellektuelle der damaligen Zeit fühlten sich von diesem Mysterium angezogen. Die Zahl der Mitglieder wuchs binnen weniger Jahre auf zweieinhalbtausend, auch Freiherrr von Knigge und Goethe gehörten dazu. Ein Großteil wollte das Netzwerk auch einfach für die eigene Karriere nutzen.

    Mit zunehmender Größe schwand die Macht des autoritären und eitlen Adam Weishaupt. Ihm ebenbürtige Mitglieder konnte er kaum unter Kontrolle bringen. Bei seinen Studenten hatte die Hierarchie noch funktioniert. All ihre Briefe und Aufsätze mussten sie aufbewahren, damit Weishaupt sie jederzeit kontrollieren konnte. So ist das Erbe der Illuminaten ein riesiger Fundus an Schriftstücken. Vieles wurde zwar nach dem Verbot des Ordens verbrannt, vieles ging in den Wirren der Kriege verloren. Doch in der Ausstellung sind noch viele Briefe aus jener Zeit zu sehen.

    Verbot aus Angst vor der Unterwanderung der Obrigkeit

    Die Geschichte der Illuminaten ist dort auch eingebettet in den Kontext der politischen Situation. Es war der bayerische Kurfürst Karl Theodor, der den Orden ab 1785 aus Angst vor einer Unterwanderung der Obrigkeit schrittweise verbot. Weishaupt ging ins Exil nach Gotha, doch die Verschwörungstheorien leben fort. Zum Beispiel die, dass George Washington und Adam Weishaupt ein und dieselbe Person gewesen seien. Wie sonst käme die Pyramide, angeblich Symbol der Illuminaten, auf die Ein-Dollar-Note? Warum sonst wurden die USA und die Illuminaten im selben Jahr gegründet? Es mag aber alles auch ganz anders sein.

    Die Sonderausstellung „Das Geheimnis der Illuminaten in Ingolstadt und das Ende der alten Universität“ wird heute Abend eröffnet. Sie ist von 14. September bis 30. März im Stadtmuseum zu sehen.

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