Nachgefragt
Bei der Suchtberatung
Immer mehr Jugendliche werden laut Statistischem Bundesamt ins Krankenhaus eingeliefert, weil sie zu viel getrunken haben: Pro Jahr sind es in Deutschland demnach mehr als 26000 Fälle. Können Sie diesen Eindruck bestätigen?
Habermann: Jugendliche haben schon immer Alkohol getrunken und ihre Grenzen in dieser Hinsicht getestet. In den letzten Jahren kam es jedoch wirklich immer öfter zu Krankenhausaufenthalten von Minderjährigen – weil diese zu viel getrunken oder sogar eine Alkoholvergiftung hatten.
Was glauben Sie: Warum trinken die Jugendlichen so viel Alkohol?
Habermann: Die Gründe sind natürlich sehr verschieden. Einerseits wollen manche einfach ihre Grenzen austesten, ausprobieren, wie viel sie vertragen und was das Trinken von Alkohol für eine Wirkung auf sie hat. Andere Motive sind aber sicherlich auch, dass die jungen Leute einfach nur Spaß an dem Rauschzustand haben oder ihnen andere Freizeitbeschäftigungen fehlen. Junge Leute kommen immer früher in die Pubertät. Manche versuchen, durch Alkohol die Probleme des Erwachsenwerdens zu bewältigen: Konflikte zu Hause oder mit Freunden.
Was können die Eltern tun, wenn sie merken, dass das Kind zu übermäßigem Alkoholkonsum neigt?
Habermann: Es ist ganz wichtig, dass die Eltern das Gespräch mit ihren Kindern suchen. Man sollte nicht mit erhobenem Zeigefinger auf die Jugendlichen zugehen, sondern sachlich mit ihnen darüber reden, was die Gründe für den Alkoholkonsum sind und was sie damit bewirken wollen.
An welche Einrichtungen kann man sich wenden, wenn man ein Problem mit Alkohol hat?
Habermann: Es gibt viele Institutionen, die bei Alkoholproblemen helfen. Zum einen kann man sich an uns, die Caritas Augsburg, wenden. Aber es gibt natürlich auch zahlreiche andere Projekte. (ali)
Suchtberatung Für Fragen zum Thema Sucht, Alkohol und Drogen:
www.caritas-augsburg.de, telefonisch: 0821 31 56 432 (Caritas Augsburg) oder bei der Drogenhilfe Schwaben unter 0821 34 39 010.