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Ja zu Nö: Kommen die alten Kennzeichen zurück?

Ja zu Nö

Kommen die alten Kennzeichen zurück?

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    Den Dienstwagen von Krumbachs Altbürgermeister Georg Winkler mit dem Kennzeichen KRU – 200 (das Bild stammt aus dem Jahr 1985, rechts der frühere Fahrer Anton Stehle) gibt es immer noch. Die Stadt holt den Mercedes, Baujahr 1974, aber nur mehr für besondere Anlässe aus der Garage.
    Den Dienstwagen von Krumbachs Altbürgermeister Georg Winkler mit dem Kennzeichen KRU – 200 (das Bild stammt aus dem Jahr 1985, rechts der frühere Fahrer Anton Stehle) gibt es immer noch. Die Stadt holt den Mercedes, Baujahr 1974, aber nur mehr für besondere Anlässe aus der Garage. Foto: Peter Bauer

    „KRU – 200“ – das ist in und um die Stadt Krumbach eine legendäre Autonummer. Auch als die Gebietsreform in Bayern längst abgeschlossen war und die Krumbacher meist schon das Kennzeichen GZ am Auto hatten, ließ sich der frühere Bürgermeister Georg Winkler (mittlerweile 74) in der schwarzen Mercedes-Limousine mit alter Nummer zu seinen Terminen fahren. Heute steht der fast 40 Jahre alte Oldtimer meist in der Garage und wird nur mehr zu besonderen Anlässen hervorgeholt.

    Alte Kennzeichen ab dem 1. Juli?

    Dafür werden nun so gut wie sicher ab 1. Juli alle anderen Krumbacher wieder die Möglichkeit haben, KRU-Kennzeichen an ihr Fahrzeug zu schrauben. Denn nach der erwarteten Zustimmung des Bundesrats zu einem Vorschlag des Bundesverkehrsministeriums sollen ab 1. Juli die alten Nummern eingeführt werden.

    Eine Sprecherin des bayerischen Verkehrsministeriums sagte unserer Zeitung, dass der „vorliegende Vorschlag des Bundesverkehrsministeriums vollständig den Forderungen der Länder und des Freistaats Bayern entspricht“: Er begünstige die Entscheidungsfreiheit der Länder und damit den Föderalismus. Denn letztendlich sollen die Landkreise darüber entscheiden können, ob die Neuregelung umgesetzt werde. Falls ja, könne sich jeder Bürger aussuchen, welches Kennzeichen er verwenden möchte, heißt es. Welche Kosten für den einzelnen Bürger anfallen, ist derzeit noch offen. Fest steht: Der Verwaltungsaufwand soll sich nicht erhöhen.

    73 Prozent  sprachen sich für alte Kennzeichen aus

    Städte, die ihr altes Kennzeichen zurückhaben wollen

    AIB Bad Aibling

    BOG Bogen

    DKB Dinkelsbühl

    EG Eggenfelden

    FEU Feuchtwangen

    FDB Friedberg

    FÜS Füssen

    GRA Grafenau

    HIP Hilpoltstein

    ILL Illertissen

    KRU Krumbach

    LAN Landau/Isar

    MAI Mainburg

    MAL Mallersdorf

    NÖ Nördlingen

    PAR Parsberg

    REH Rehau

    SEL Selb

    SF Sonthofen

    SOB Schrobenhausen

    SOG Schongau

    VIB Vilsbiburg

    VIT Viechtach

    WEG Wegscheid

    WOR Wolfratshausen

    WS Wasserburg

    Ralf Bochert, Professor für Volkswirtschaftslehre in Heilbronn, hat den Stein mit den alten Kennzeichen ins Rollen gebracht. In einem unabhängigen Forschungsprojekt ließ er Interviewer in über 100 deutschen Städten und mehr als 30000 Bürger nach ihrer Meinung zu Kfz-Kennzeichen fragen. Das Ergebnis war eindeutig: Rund 73 Prozent sprachen sich für die Renaissance der alten Autonummern aus, nur zwölf Prozent wollen ihre derzeitigen Schilder beibehalten. Besonders ausgeprägt war der Wunsch in den neuen Bundesländern, wo die Gebietsreformen noch nicht so lange zurückliegen.

    Überraschend dabei war aber, dass auch zwei Drittel der Befragten in den alten Bundesländern, wo die Autonummern zum Großteil bereits in den 1970er Jahren eingestampft wurden, ebenfalls ihr Altkennzeichen wiederhaben wollen. „Dies zeigt, welche Langfristigkeit und Nachhaltigkeit das Thema hat“, sagte Bochert. Hauptargument der Befürworter: die alten Nummern seien identitätsstiftend. So lautet auch die Begründung von Rudi Scherer, Sprecher der Stadt Nördlingen (Landkreis Donau-Ries). „Das vermittelt den Bürgern Heimatgefühl und ist für uns ein gutes Marketinginstrument“, erklärt er. Das Thema „alte Kennzeichen“ steht in Nördlingen bereits am Donnerstag auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung. „Ich gehe davon aus, dass eine Mehrheit dafür zustande kommt“, meint Scherer.

    NÖ, KRU und FDB

    Auch in Friedberg (Landkreis Aichach-Friedberg) würden sich Bürgermeister Peter Bergmair und Kommunalreferent Wolfgang Bach über die Rückkehr der alten Schilder freuen: „Wir sind auch in der Interessengemeinschaft der Städte, die sich dafür einsetzen“, sagt der SPD-Politiker. Und Bach erzählt: „Es kommen immer wieder Bürger zu uns in die Stadtverwaltung und fragen, wann es endlich so weit ist.“

    In Krumbach (Landkreis Günzburg) fiebert man dem 1. Juli auch schon entgegen. Bürgermeister Hubert Fischer erklärt: „Wir haben zwar noch keinen offiziellen Beschluss, sind aber trotzdem mit dabei.“ Er hoffe nur, dass nichts mehr dazwischenkommt.

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