Der Münchner Stadtteil Sendling wird nun doch keine große Moschee bekommen. Die seit Jahren umstrittenen Baupläne sind vom Tisch.
Seit 2004 stritten die Münchner um das Vorhaben des Vereins Türkisch-Islamisches Gemeindezentrum München (Ditim), in Sendling eine große Moschee zu errichten. Es gab Bürgerversammlungen, Stadtratsbeschlüsse und Verwaltungsverfahren.
Jetzt sind die Pläne für das 15-Millionen-Euro-Projekt offensichtlich gescheitert. Recep Dereli, Vorsitzende des Vereins Ditim, berichtete gegenüber dem "Münchner Merkur", Hauptgrund sei das fehlende Geld. Die Entscheidung sei auf einer Versammlung des Vereins am Sonntag gefallen.
Die finanziellen Schwierigkeiten des Vereins, der die Münchner Abteilung des türkisch-islamischen Dachverbands Ditib mit Sitz in Köln ist, sind schon länger bekannt. Selbst die Gewerbesteuer konnte der Verein zwischenzeitlich nicht vollständig selbst bezahlen.
Laut Dereli sprachen sich auf der Versammlung des Moscheevereins Vertreter von Ditib gegen den Bau der Moschee am Gotzinger Platz in München aus. "Ohne die Unterstützung des Dachverbands sehe ich keine Möglichkeit, das Projekt zu verwirklichen", so der Vereinschef. Die Ditib-Vertreter hätten sich insbesondere aus finanziellen Gründen gegen das Münchner Projekt ausgesprochen. Weil Ditib alle Mittel für den Bau der geplanten Moschee in Köln brauche, seien für das Münchner Projekt keine Ressourcen vorhanden.