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TÜV-Gutachten: München: Der Viktualienmarkt muss abgerissen werden

TÜV-Gutachten

München: Der Viktualienmarkt muss abgerissen werden

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    Der Viktualienmarkt in München.
    Der Viktualienmarkt in München. Foto: dpa

    Es ist eines der Wahrzeichen der bayerischen Landeshauptstadt: der Viktualienmarkt. Die Verkaufsstände sind aber in solch schlechtem Zustand, dass sie abgerissen werden müssen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des TÜV, das die Stadt München in Auftrag gegeben hat. Darin steht, dass Brandschutz, Arbeitsschutz und Hygiene einen Abbruch der bestehenden Gebäude erforderten.

    Die Stadt München verspricht jedoch, dass optisch fast alles beim Alten bleiben soll: "Es geht nicht darum, etwas Supermodernes hinzustellen", sagt Bernd Plank vom Kommunalreferat auf Nachfrage von AZ-Online. Vielmehr soll der Markt zukunftsfähig gemacht werden und seinen Charakter behalten. Die neuen Verkaufsstände sollen so aussehen wie die alten. Ein Duplikat sei jedoch nicht möglich.

    Bausubstanz nicht erhaltenswert

    Dass sich etwas ändern muss, zeigt ein Blick in das Gutachten des TÜV Rheinland: Die Bausubstanz sei sichtbar gealtert, Elektrik und Brandschutz hätten große Mängel. Einige Stände hätten keinen Wasseranschluss, die Pächter müssten deshalb auf die öffentlichen Brunnen zurückgreifen. Gerade bei der Hygiene sieht der TÜV großen Handlungsbedarf. In Kellern fanden die Prüfer Schimmelbefall, Rost und Durchfeuchtungen. Zudem fehle eine funktionierende Kühlkette. All dies zu korrigieren kommt für Plank den Kosten eines Neubaus gleich: "Die Bausubstanz, so wie sie jetzt ist, ist nicht erhaltenswert."

    Einige Händler hätten der Stadt vorgeworfen, sich nicht genug um den Markt gekümmert zu haben. Außerdem sagen sie, dass der Viktualienmarkt Ensembleschutz hätte. Beides weist Plank zurück; der Viktualienmarkt sei in keiner Weise denkmalgeschützt. Auf dem Platz stünden ohnehin schon zwei neue Gebäude. Dies sei nur niemandem aufgefallen.

    Trotz der Mängel sieht der Mann vom Kommunalreferat derzeit keine Risiken für die Gesundheit: "Der Markt ist sicher." Die Lebensmittelkontrolleure seien oft vor Ort. Gäbe es Anlass zur Sorge, dürfte ohnehin nichts verkauft werden.

    Fahrplan Viktualienmarkt

    Die TÜV-Studie wird am Donnerstag offiziell vorgestellt. Ab 2012 wird dann für den Viktualienmarkt ein Konzept erarbeitet, das grob erste Szenarien sowie Planungen enthält und den finanziellen Rahmen absteckt. Erst danach kann bestimmt werden, wie der Markt in Zukunft aussehen wird. Der Zeitplan ist straff: Spätestens bis 2018 soll der neue Viktualienmarkt fertig sein. Mit Olympia 2018 habe dies nur am Rande zu tun, so Plank.

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