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Urteil am Landgericht Memmingen: Mutter mit Reiniger vergiftet: "Mir war das alles zu viel"

Urteil am Landgericht Memmingen

Mutter mit Reiniger vergiftet: "Mir war das alles zu viel"

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    Robert Jürgen M. sitzt am Mittwoch (01.02.2012) im Landgericht Mermmingen auf der Anklagebank. Der 42-jährige ist des Mordes an seiner Mutter angeklagt. Er soll der pflegebedürftigen Frau Abflussreiniger zum Trinken gegeben haben.
    Robert Jürgen M. sitzt am Mittwoch (01.02.2012) im Landgericht Mermmingen auf der Anklagebank. Der 42-jährige ist des Mordes an seiner Mutter angeklagt. Er soll der pflegebedürftigen Frau Abflussreiniger zum Trinken gegeben haben. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

    Seine Mutter war 65 Jahre alt und pflegebedürftig. Das Gericht in Memmingen ist überzeugt davon, dass der 42-jährige Sohn bereits mehrere Tage vor der Tat mit dem Gedanken spielte, seine Mutter umzubringen. Weil er seiner Mutter Abflussreiniger in den Tee gemischt und dadurch ihren Tod verursacht hat, ist der Sohn am Mittwoch in Memmingen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den Sohn des Mordes schuldig. "Er hat seiner Mutter einen entsetzlichen Tod bereitet", sagte die Vorsitzende Richterin.

    Der Mann sei unzufrieden gewesen mit seinem Leben und habe finanzielle Schwierigkeiten gehabt, so die Richterin. Die Frau erlitt durch den Anschlag im April 2011 schwere Verätzungen, an denen sie knapp zwei Monate später im Krankenhaus starb.

    "Mir tut es leid, ich wollte es nicht", sagte der Angeklagte unter Tränen zum Prozessbeginn. Da sein Vater wegen einer Verletzung am Fuß für längere Zeit im Krankenhaus war, habe er seine Mutter fast zwei Monate lang allein zu Hause gepflegt.

    Die Mutter hat geweint, gejammert und geschrien

    Nachts sei er mehrmals aufgestanden, um sie auf die Toilette zu bringen. Sie habe oft geweint, gejammert und geschrien. "Mir war das alles zu viel. Man kann sich nicht vorstellen, was das für eine Belastung ist." Am 8. April 2011 sei er morgens spontan auf die Idee mit dem Abflussreiniger gekommen. "Ich wollte sie nicht umbringen. Ich wollte nur, dass sie ruhig ist."

    Nach der Tat blieb der Sohn noch etwa zwei Stunden in der Wohnung und ließ seine Mutter dann allein. "Er verließ das Haus, um ihr nicht beim Sterben zusehen zu müssen", hielt ihm die Staatsanwältin vor. Weitere fünf Stunden später fuhr der heute 42-Jährige mit dem Fahrrad zur Polizei und zeigte sich selbst an.

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