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18. Dezember 2007 09:25 Uhr

Ungenießbare Lebensmittel

Neuer Verdacht: "Gammeleier" in den Nudeln

Nach dem Gammelfleischskandal jetzt ein neuer Eklat: In einem Betrieb im Landkreis Pfaffenhoffen sollen in großem Stil Gammeleier verarbeitet worden sein. Nudelhersteller und Bäckerein in ganz Deutschland sind wohl betroffen.

Nicht immer sollen die Eier so ausgesehen haben, die in einem im Landkreis Pfaffenhofen verarbeitet wurden.

Ingolstadt (AZ). Nach dem Gammelfleischskandal jetzt ein neuer Eklat: In einem Eier verarbeitenden Betrieb im Landkreis Pfaffenhoffen sollen in großem Stil Gammeleier verarbeitet worden sein. Schmutzig und mit Kot verdreckt, ja teilweise sogar angebrochene Eier, in denen sich bereits Maden eingenistet hatten, sollen verwertet worden sein.

Was sich wie ein Horrorszenario anhört, soll sich inzwischen weitgehend bestätigt haben, berichtet der Donaukurier. Das sagte der leitende Oberstaatsanwalt Helmut Walter dem Blatt. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat jetzt Anklage erhoben. Der Firmenchef weist allerdings alle Vorwürfe zurück. Laut der Zeitung halte er es für einen Racheakt gekündigter Mitarbeiter.

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Ins Rollen gebracht wurden die Vorwürfe von ehemaligen Angestellten. Über ein Jahr hätten dann die Ermittlungen gedauert, in deren Zuge es im Dezember 2006 auch zu einer großen Durchsuchung in den Betriebsräumen gekommen sei, so Staatsanwalt Walter.

Was die Beamten dort fanden, war erschreckend. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, sie hätten im Ermittlungs- und Tatzeitraum zwischen Dezember 2005 und Dezember 2006 in großen Mengen so genannte Schmutz- und Brucheier, die eigentlich aussortiert werden müssten, illegal mitverarbeiten lassen.

Die Eier seien oft nicht nur mit Schmutz und Kot total verdreckt gewesen, schilderte ein ehemaliger Mitarbeiter gegenüber Polizei und der Zeitung. Auch angebrochene Eier seien mitverarbeitet worden - sogar wenn sich darauf bereits Maden eingenistet hatten.

Von bestimmten Produzenten sollen die Eier dabei selbst in der größten Sommerhitze in einem ungekühlten Lastwagen und mit einem besonders hohen Anteil an Gammeleiern angeliefert worden sein. Da habe es dann immer geheißen "schnell Fenster und Türen zu", erinnert sich ein ehemaliger Mitarbeiter. Als blinde Passagiere seien in dem Lkw und auf den Eiern nämlich meist "massenweise Fliegen" mitgekommen und auch der Geruch sei alles andere als appetitlich gewesen, ganz zu schweigen vom Aussehen der Eier.

Laut Zeugenaussagen seien diese Ladungen stets in der Nachtschicht verarbeitet worden, weil es da keine Kontrollen gegeben habe. "Nichts wegschmeißen" habe die Anweisung der Geschäftsleitung gelautet. Nach dieser Devise sei auch das mit Schmutz, Kot und Bakterien belastete Rest- oder Schleudereiweiß, das normalerweise ausgeschleudert und als Abfallprodukt behandelt werden muss, wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt worden.

Ganze 23 Seiten fasst die Anklageschrift, die den Firmenchef und den Produktionsleiter "des gewerbsmäßigen in Verkehr Bringens von für den menschlichen Verzehr ungeeigneten Lebensmitteln" und den ehemaligen Inhaber des "unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen" beschuldigt, schreibt die Zeitung.

Nudelhersteller, Großhändler und Bäckereien im Landkreis Pfaffenhofen sowie bundesweit seien betroffen. In dem Eieraufschlagbetrieb werden in erster Linie Eiprodukte zur Weiterverarbeitung in der Lebensmittelproduktion hergestellt.

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