Wegen hygienischer Mängel hat die Produktion in der Großbäckerei Biendl und Weber in Donaustauf (Landkreis Regensburg) auch am Freitag stillgestanden. Eine Nachkontrolle am Donnerstag habe ergeben, dass noch nicht alle Mängel behoben worden seien, sagte der Sprecher des Landratsamtes Regensburg, Markus Roth. "In zwei Tagen ist diese ausführliche Reinigung einfach schwer zu bewältigen." Sobald der Inhaber sich melde, gebe es eine weitere Prüfung. "Wenn alles okay ist, wird die Produktion freigegeben." Das könne schon sehr bald geschehen.
Kontrolleure hatten in dem Betrieb Schimmel, Insekten, zwei tote Mäuse und Verkrustungen an Maschinen entdeckt. Am Dienstag ordnete das Landratsamt einen Produktionsstopp an. "Es sind ekelerregende Zustände, aber es gab keine Gesundheitsgefährdung", sagte Roth.
Es gab keine Rückholaktion
Aus diesem Grund gab es der Behörde zufolge auch keine Rückholaktion. Insekten und Schimmel seien nicht mit Lebensmitteln in Berührung gekommen. "Wenn das alles abgeschlossen ist, dann ist das eine der saubersten Bäckereien im Landkreis", kündigte der Sprecher an. Der Inhaber hatte am Donnerstag gesagt, er habe seinen Betrieb seit Dienstag grundsaniert.
Biendl und Weber werde in Zukunft noch häufiger kontrolliert, sagte Roth. Bereits zuvor stand der Betrieb unter verstärkter Beobachtung, da er mehrfach wegen hygienischer Mängel aufgefallen war.
Hygiene-Mängel: So werden Lebensmittel überwacht
Die staatliche Lebensmittelüberwachung soll sicherstellen, dass Lebensmittelhersteller die Vorgaben auch einhalten und Verstöße unterbinden.
In Bayern überwachen die Landratsämter und Städte laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelüberwachung rund 200.000 Betriebe.
Betriebskontrollen würden grundsätzlich ohne Vorankündigung durchgeführt.
Wie oft und wie genau die Kontrolleure prüfen, hängt vom Risiko ab: Wer leicht verderbliche oder Babynahrung anbietet oder schon negativ aufgefallen ist, wird häufiger unter die Lupe genommen.
Dazu kommen Überwachungsprogramme der EU und des Bundes, saisonal wechselnde Schwerpunkte und Kontrollen nach Verbraucherbeschwerden.
Die Kontrolleure besichtigen Betriebe, nehmen Proben und prüfen die Unterlagen.
Bei fahrlässigen Verstößen gibt es eine Verwarnung oder Geldbußen, bei schweren Fällen drohen Geldstrafen, Haft und Betriebsschließung.
Das Unternehmen kann auch zum Rückruf eines Produkts und zur öffentlichen Warnung in den Medien verpflichtet werden.
Von den 64 054 Lebensmittelproben, die das Landesamt im Jahr 2010 untersuchte, waren 7085 oder 11 Prozent beanstandet worden - davon 309 wegen gesundheitlicher Risiken.
Dabei ging es in 217 Fällen um Fleisch.
Die Bäckerei hat nach eigenen Angaben 65 Mitarbeiter und 18 Filialen in Regensburg und im Landkreis. Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten befürchtet einen Arbeitsplatzverlust der Beschäftigten. Die Verkäufer, Bäcker und Fahrer könnten nun die Leidtragenden sein, teilte der Gewerkschaftssekretär der Region Oberpfalz, Wilfried Maxim, mit. dpa-lby