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Nachgefragt: Ramadan: Enthaltsamkeit vom Überfluss

Nachgefragt

Ramadan: Enthaltsamkeit vom Überfluss

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Özkan Karagülle (29) ist Imam in der Moschee des Augsburger Bildungs- und Kulturvereins im Eschenhof im Stadtteil Oberhausen.
    Özkan Karagülle (29) ist Imam in der Moschee des Augsburger Bildungs- und Kulturvereins im Eschenhof im Stadtteil Oberhausen.

    Özkan Karagülle (29) ist Imam in der Moschee des Augsburger Bildungs- und Kulturvereins im Eschenhof im Stadtteil Oberhausen. Wir sprachen mit ihm über den Fastenmonat Ramadan.

    Welche Bedeutung hat der Fastenmonat Ramadan?

    Karagülle: Die Fastenzeit bildet neben Beten, Spenden, der Pilgerfahrt nach Mekka und dem Glaubensbekenntnis eine der fünf Säulen des Islam. Für einen gläubigen Muslim gehört das Fasten selbstverständlich auch heute noch zum Glauben.

    Wieso halten sich gerade heutzutage noch Muslime an die einmonatige Fastenzeit?

    Karagülle: Das Fasten dient dazu, seine Wünsche zu zügeln und Verzicht zu üben. Gleichzeitig verstehen die Gläubigen, was es bedeutet, wenn man hungern muss. Diese Erfahrung stärkt das Einfühlungsvermögen, besonders für die Hungerleidenden in afrikanischen Staaten. Gerade in einer Welt, in der Essen und Trinken im Überfluss vorhanden sind, ist Enthaltsamkeit um so wichtiger.

    In diesem Jahr fiel der Fastenmonat in den Hochsommer. Inwiefern ist es für die Menschen schwieriger, zu dieser Jahreszeit bis zu 15 Stunden auf Wasser zu verzichten?

    Karagülle: Es gab Gläubige, deren Kreislauf die Belastung nicht ausgehalten hat. Für diese Muslime besteht jedoch die Möglichkeit, die verpassten Fastentage durch eine Spende an Bedürftige auszugleichen. Aber als gesunder Mensch kann man die Fastenzeit auch im Sommer durchstehen. Und je schwieriger die Bedingungen, desto höher wiegt der Anteil an guten Taten.

    Wie wichtig ist der Ramadan für junge Muslime, und halten sich junge Menschen noch daran?

    Karagülle: Es gibt viele junge Muslime, die, obwohl sie nicht ständig die Moschee besuchen, sich trotzdem an die Fastenzeit halten. Gerade am ersten Festtag nach dem Ramadan finden sich auch sehr viele junge Muslime zum traditionellen Morgengebet in der Moschee ein.

    Was passiert am Ende des Monats Ramadan?

    Karagülle: Zum Ende der Fastenzeit gibt es ein dreitägiges Fest zum Abschluss der Fastenzeit, das als Belohnung für den einen Monat Enthaltsamkeit dient. Neben der religiösen hat es auch eine soziale Komponente: Die jüngeren Gläubigen suchen Ältere auf, um ihnen zum Ramadanfest zu gratulieren. Streitende versöhnen sich in dieser Zeit. Überhaupt gibt es viel Besuch zwischen Freunden, Verwandten und Nachbarn. Die Kleinsten bekommen viele Naschereien angeboten. (emd)

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