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29. Juli 2010 13:57 Uhr

Prozess

Sachverständige: Täter traten Brunner ins Gesicht

Grausiges Ergebnis der Spurensicherung: An den Schläfen von Dominik Brunner waren die Sohlenabdrucke der beiden Jugendlichen, die ihn getötet haben sollen. Sie haben ihr Opfer wohl mit den Füßen ins Gesicht getreten.

Grausiges Ergebnis der Spurensicherung: An den Schläfen von Dominik Brunner waren die Sohlenabdrucke der beiden beschuldigten Jugendlichen, die ihn getötet haben sollen. Die Angeklagten haben ihr Opfer vermutlich mit den Füßen ins Gesicht getreten.

Das berichtete eine Expertin für Form- und Werkzeugspuren am Donnerstag im Landgericht mit Verweis auf die Auswertung der bei der Obduktion aufgenommenen Bilder. Die Fotos seien mit den Abdrücken der Schuhe beider Tatverdächtigen verglichen und die Muster der Sohlen an einer Schläfe des Getöteten gefunden.

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Brunner war im September vergangenen Jahres ums Leben gekommen, weil er vier Kinder vor den beiden Angeklagten Sebastian L. und Markus S. schützen wollte. Die beiden 18 und 19 Jahre alten Schläger müssen sich wegen Mordes verantworten. Einer hatte jedoch angegeben, Brunner nur geschlagen und nicht gegen den Kopf getreten zu haben.

Bei der Reanimation des Opfers noch am Tatort zeigte der Auswertung zufolge das Endlos-EKG des Defibrillators immer wieder ein Herzkammerflimmern an. Das sei «der EKG-Verlauf eines schwer geschädigten Herzens», sagte eine Kardiologin im Prozess aus. Rechtsmediziner Wolfgang Keil sagte aus, Brunner sei wohl seit langem Herzkrank gewesen. Er habe ein krankhaft vergrößertes Herz gehabt. Durch den Stress des Angriffs am Münchner S-Bahnhof Solln sei Sauerstoffmangel und in der Folge das schließlich tödliche Kammerflimmern ausgelöst worden.

Beide Angeklagte waren zur Tatzeit aus der Sicht eines Rechtsmediziners voll schuldfähig. Der Ältere habe zwar einen Alkoholspiegel von maximal 2,09 Promille bei dem Gewaltexzess am Sollner Bahnhof gehabt. Er sei aber wie der vollkommen nüchterne Jüngere «situativ voll orientiert» gewesen. Beide seien «ganz schnell über die Gleise geflüchtet, das ist nicht ganz einfach». In ihrem Versteck in einem Gebüsch führten beide Gespräche mit dem Handy mit Informationen über das Geschehene. Bei ihrer Festnahme nach etwa einer Stunde zeigten sie keine Ausfallerscheinungen.

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