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15. Oktober 2008 10:33 Uhr

München kämpft um gutes Benehmen

Schluss mit Lärm und Drängeln in der Bahn

Dreck, Lärm und Ärger in Bussen und Bahnen. Das wollen die Münchner Verkehrsbetriebe nicht länger hinnehmen. Sie haben eine Kampagne für gutes Benehmen gestartet. Von Monika Schmich

Mit Plakaten wie diesen rufen die Münchner Verkehrsbetriebe zu mehr Rücksichtnahme auf.

München (AZ). So geht's nicht: Ungeduldige Drängler beim Ein- und Aussteigen, Sitze, die als Fußablage missbraucht werden, Lärm und Dreck in den Wagons. Die Münchner Verkehrsbetriebe gehen in die Offensive.

Das Unternehmen startet eine groß angelegte Kampagne für gutes Benehmen in der Bahn. Mit einer witzigen Plakat-Aktion, Postern in den Zügen und Promotion-Teams zeigen die Verkehrsbetriebe, was sich als Fahrgast gehört: Musik leise drehen, Abfälle entsorgen, Sitzplatz anbieten und nicht drängeln. Das Motto der Aktion: "Danke, dass Sie Rücksicht nehmen."

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Auf den "erhobenen Zeigefinger" wollen die Verkehrsbetriebe dabei ganz bewusst verzichten. Die Aktion soll den Betrachter zum Schmunzeln bringen und ihn für das Thema Rüchsichtnahme sensibilisieren.

Eines ist trotz dieser Bemühungen klar: Gegen Vorfälle wie den brutalen Überfall auf einen Fahrgast in der U-Bahn-Station Giselastraße werden die Plakate wohl nichts ausrichten. "Die Kamapgane kann keine Kriminalität verhindern", betonen die Verkehrsbetriebe. Vorsätzlich Rücksichtslose werde man wohl nicht erreichen, räumt der MVG-Chef Herbert König ein.

Dafür hat man ein ganz anderes Ziel im Auge. Mit dem Appell für mehr Rücksichtnahme wollen die Verkehsprobleme das große Sauberkeitproblem lösen. Verschmutzte Sitze, verdreckte Wagons, zugemüllte Bahnhöfe - allein in den U-Bahnen betrug das Müllaufkommen im letzten Jahr 150 Millionen Tonnen. Die Reinigung kostet den Verkehrsbetrieben viel Geld - und das müssten sie langfristig auf die Fahrpreise umgelegen, sagen sie. Wenn nicht mehr Rücksicht geübt wird...

Auch in Augsburg soll es Aktionen geben, mit denen die Stadtwerke zu mehr Ordnung in Bussen und Bahnen anrufen. Derzeit erarbeitet eine Arbeitsgruppe ein ganzes Maßnahmenpaket, berichtet der Stadtwerke-Sprecher Thomas Hosemann.

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