Wetter
Do.
-7°C
Wetter
Fr.
-9°C

11. Februar 2010 14:09 Uhr

Bayernweite Aktion

Schüler streiken wegen G8

Der Streit um das achtjährige Gymnasium schlägt in Bayern weiter hohe Wellen. Am Freitag wollen tausende Schüler im Freistaat streiken.

G8: Achtjähriges Gymnasium in Bayern sorgt für Streit.

Das achtjährige Gymnasium (G8) in Bayern bleibt heiß umstritten. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) versicherte am Donnerstag, er nehme alle Kritik von Eltern und Schülern am G8 sehr ernst. Viele Forderungen der protestierenden Gymnasiasten wie die Entschlackung der Lehrpläne seien aber bereits erfüllt, sagte Spaenle in München.

G8-Schüler wollen hingegen an diesem Freitag bei landesweiten Protestaktionen ihren Unmut unterstreichen, die zentrale Kundgebung ist in München vorgesehen. Diese Aktionen unter dem Motto «Schülerstreik» werden vom BEV sowie der SPD- Landtagsfraktion ausdrücklich unterstützt.

ANZEIGE

Präsident Klaus Wenzel vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV): «Die Belastungen der 11. Jahrgangsstufe an bayerischen Gymnasien sind trotz zahlreicher Nachbesserungen unerträglich.» Der Lerndruck am G8 sei «weder mit guter Pädagogik noch mit der Anforderung vereinbar, dass Jugendliche nicht nur ihren Kopf voller Wissen stopfen sollten, sondern auch Raum für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit bräuchten», erklärte Landesvorsitzende Heike Hein vom Bayerischen Elternverband (BEV).

Bei den Halbjahreszeugnissen sollen die Notendurchschnitte der 11. G8-Klassen unterdessen mit denen der 12. Klassen des auslaufenden neunjährigen Gymnasiums genau verglichen werden, wie Spaenle ankündigte. Es handelt sich dabei um eine Stichprobe an 50 der rund 300 staatlichen Gymnasien.

Die Erhebung wird nicht von einem unabhängigen Institut, sondern vom Ministerium selbst ausgewertet. Falls es deshalb mögliche Zweifel an der Neutralität der Auswertung geben sollte, wären diese nach den Worten von Spaenle völlig unbegründet. Mit der Erhebung wird auch auf Sorgen der G8-Schüler reagiert, sie könnten beim doppelten Abiturjahrgang 2011 wegen höherer Leistungsanforderungen benachteiligt sein. 2011 macht der letzte G9-Jahrgang ebenso Abitur wie der erste G8-Jahrgang.

Spaenle sagte nach der Auswertung gegebenenfalls Maßnahmen zur Nachjustierung zu. (dpa, AZ)

Artikel kommentieren



Bayern: Das schreiben Andere

Die Augsburger Allgemeine ist nicht für externe Beiträge verantwortlich.




Leser werben Leser

Das könnte Ihre Prämie sein:

Bluetooth Headset

e-Paper Abo