Im Streit um die Finanzierung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München, die bisher als unverzichtbar für die Lösung von Verkehrsproblemen im Süden Bayerns gilt, steckt Ministerpräsident Seehofer in einer recht unangenehmen Klemme. Das beginnt schon in den eigenen Reihen. Abgeordnete aus dem nördlichen Bayern lehnen es kategorisch ab, „für München“ noch mehr Geld in die Hand zu nehmen. Auch einige CSU-Politiker aus München selbst stehen interessanterweise nicht hinter dem Projekt, ihre Kollegen im Umland dagegen fordern die Stammstrecke vehement. Mit SPD-Oberbürgermeister Ude steht Seehofer praktisch im Wahlkampf. Der Koalitionspartner FDP mit Verkehrsminister Zeil an der Spitze kämpft für das Projekt. Und jetzt hat sich auch noch der CSU-Parteifreund und Ex-Verkehrsminister Wiesheu gegen eine vorschnelle Beerdigung der Stammstrecke quergestellt.
Angesichts dieser Gemengelage sollte Seehofer seinen Widerstand gegen einen Runden Tisch aufgeben. Er selbst redet gerne und viel von Transparenz. Hier könnte sie hergestellt werden. "Lesen Sie dazu: „Neue Bewegung im Streit um den S-Bahn-Ausbau“