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Energie: Solar-Kürzung trifft Schwaben besonders hart

Energie

Solar-Kürzung trifft Schwaben besonders hart

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    Wenn die Sonne strahlt, soll eine in Markt Wald geplante Photovoltaik-Anlage Strom erzeugen. Zahlreiche Bürger interessierten sich für das Genossenschaftskonzept und kamen zur Infoveranstaltung.
    Wenn die Sonne strahlt, soll eine in Markt Wald geplante Photovoltaik-Anlage Strom erzeugen. Zahlreiche Bürger interessierten sich für das Genossenschaftskonzept und kamen zur Infoveranstaltung. Foto: Archivfoto: Silvio Wyszengrad

    Der Bund Naturschutz in Bayern warnt davor, dass die angekündigte Senkung der Einspeisevergütung zum 9. März durch die Berliner Koalition besonders negative Auswirkungen auf die schwäbisch-oberbayerische Region hat. „Schwaben ist eine der sonnenreichsten Regionen Deutschlands und wird durch die Kürzung bundesweit am stärksten getroffen“, sagte gestern Thomas Frey, Energiefachmann des Bund Naturschutz.

    Nach neuen Zahlen der Umweltschützer deckte die Photovoltaik in Schwaben im Jahr 2011 bereits ein knappes Zehntel des gesamten Stromverbrauchs, exakt 9,9 Prozent. Das ist mehr als in Bayern mit einem Sonnenstromanteil von 7,3 Prozent und deutlich mehr als im Bundesschnitt mit 3,1 Prozent. Dabei ragten einzelne Landkreise heraus, darunter der Kreis Unterallgäu mit 21 Prozent Sonnenstrom oder der Kreis Donau-Ries mit über 19 Prozent. Würde der bis vor kurzem übliche Zubau anhalten, könnten bis zum Jahr 2021 rund 40 Prozent des Strombedarfs mit Sonnenenergie gedeckt werden, rechnet der Bund Naturschutz vor.

    Angesichts bisheriger Erfolge fällt die Kritik der Umweltschützer an der Solar-Kürzung von bis zu 30 Prozent harsch aus: „Hier wird die Axt an das Erneuerbare-Energien-Gesetz gelegt“, sagte Richard Mergner, Landesbeauftragter für Bayern. „Dies ist ein Anschlag auf die Solarwirtschaft und auf das Handwerk.“ Mergner kritisierte, dass mit einer Absenkung des Solar-Zubaus auf bundesweit ein bis zwei Gigawatt pro Jahr für Bayern die selbstgesteckten Ziele der Energiewende nicht erreichbar wären: Bis 2021 sollte hier der Anteil der Photovoltaik auf 16 Prozent ausgebaut werden. Vor allem die FDP steht in der Kritik der Naturschützer: „Wir erleben einen Angriff der alten Energiekonzerne auf die neue, dezentrale Energiestruktur; die FDP ist noch den Konzernen verpflichtet“, so Mergner.

    Der Bund Naturschutz fordert im Rahmen der Energiewende von Bayerns FDP-Wirtschaftsminister Martin Zeil, mehr im Bereich der Energieeinsparung zu unternehmen: „Zeil lässt hier alle klaren Aussagen vermissen“, sagte Mergner. Er bezifferte das Einsparpotenzial für Strom in Bayern auf 40 Prozent. Um die Energiewende voranzutreiben, fordert der Verband, in Nordschwaben eine Agentur für Energieberatung nach dem Vorbild des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz Eza, aufzubauen. Außerdem müsste sofort mehr Personal für die Regionalplanung bereitgestellt werden. Ansonsten, warnen die Umweltschützer, drohe auch der angestrebte Ausbau der Windkraft im Sande zu verlaufen.

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