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Gemeindetag feiert 100. Geburtstag: Standpauke

Gemeindetag feiert 100. Geburtstag

Standpauke

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    „Für den Herrn Ude gibt’s außerhalb von München kein Bayern.“Brandl über Christian Ude (SPD)
    „Für den Herrn Ude gibt’s außerhalb von München kein Bayern.“Brandl über Christian Ude (SPD)

    München Den Ort kennt Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nur allzu gut: Auf dem Nockherberg in München müssen es Politiker einmal im Jahr zu Beginn der Fastenzeit klaglos ertragen, derbleckt und mit deftigen Sprüchen abgewatscht zu werden. Das Medienspektakel der Paulaner-Brauerei hat zwar in den vergangenen Jahren etwas an Unterhaltungswert eingebüßt, seit die zornigen Fastenprediger und das traditionelle Singspiel durch eine gutmütige „Mama Bavaria“ und etwas Comedy-Klamauk ersetzt wurden. Doch auf dem Nockherberg, so formulierte es gestern Josef Mend, der erste Vizepräsident des Bayerischen Gemeindetages, „da weiß man nie, was einen erwartet“.

    Offenbar hat Mend schon gewusst, was da noch kommen sollte. Rund 2000 Gäste, ganz überwiegend Bürgermeister sowie einige Landespolitiker und Behördenchefs, hatten sich im Festsaal eingefunden, um ein Jubiläum zu feiern: den 100. Geburtstag des Gemeindetags. Normalerweise werden bei derartigen Gelegenheiten würdige Worte gesprochen. Und der erste Festredner, Ministerpräsident Seehofer, hielt sich auch an diese Gepflogenheit. Er schmeichelte dem Verband und seinen Mitgliedern: „Die Gemeinden sind für unser Land, für Bayern, das, was die Familien für die Gesellschaft sind.“ Er versprach, jene Kommunen bei der Reform des kommunalen Finanzausgleichs besonders zu unterstützen, die mit Abwanderung von Menschen zu kämpfen haben: „Wir müssen darüber reden, wie jenen Gemeinden zu helfen ist, die besonders unter dem demografischen Wandel zu leiden haben.“ Und er würdigte den Präsidenten des Gemeindetags, den Abensberger Bürgermeister Uwe Brandl (CSU), als „streitbare Stimme“. Seine Streitbarkeit stellte Brandl dann mit einer Wucht unter Beweis, mit der wohl selbst jene nicht gerechnet hatten, die ihn schon lange kennen. Als wäre er der Fastenprediger „Bruder Barnabas“ höchstselbst, las Brandl den bayerischen Politikern gehörig die Leviten.

    Den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), der gerne Ministerpräsident werden will, schimpfte Brandl einen „Gewerbesteuer-Milliardär“, der „nicht von dieser Welt“ sei. „Für den Herrn Ude gibt’s außerhalb von München kein Bayern“, giftete Brandl. Den CSU-Politikern Joachim Herrmann und Georg Schmid, die sich angeblich über allzu scharfe Kritik des Gemeindetags beklagt hatten, schleuderte er den Satz entgegen: „Ja glaubt ihr denn hier drin in diesem Saal, dass wir je weitergekommen wären, wenn wir nicht bei jeder Gelegenheit das Maul aufgerissen hätten.“ Seehofer warf er vor, sich um eine Entscheidung bei den Kommunalfinanzen zu drücken: „Das ist nicht Entscheiden, das ist Drücken. Und Drücken geht bekanntlich in die Hosen.“ Über Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger spottete Brandl: „Nix Genaues weiß man nicht.“ Und besonders hart kam es für Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). Brandl fragte in den Saal, welcher Bürgermeister Probleme mit dem schnellen Internet habe. Fast alle Hände gingen nach oben. Brandl nahm es als Bestätigung für seine Kritik und sagte in vielfach verlangsamter Rede: „Das Über-tragungstempo ist so gemächlich geworden, wie Herr Zeil spricht.“

    „Bruder Uwe“, so spottete ein Zuhörer, hatte gesprochen. Seehofer nahm’s gelassen: „Der Brandl ist ein Multitalent. Der ist immer klüger als alle andern. Der ist klüger als die Uno. Aber man kann ihm nicht böse sein.“ "Kommentar

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