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02. Dezember 2008 21:33 Uhr

Alkohol und Wintersport

Strafen für betrunkene Skihasen

Beim Après-Ski auf der Hütte wird bei zünftiger Laune gerne mal ein Gläschen gehoben. Manch angetrunkener Skihase könnte aber sein blaues Wunder erleben. Denn Kontrollen gibt es auch am Abfahrtshang.

Skifahren und Alkohol - das verträgt sich nicht.

Allgäu (feß) - Wer betrunken im Straßenverkehr erwischt wird - egal ob im Auto oder auf dem Fahrrad - dem kann der Führerschein entzogen werden. Doch wie sieht es auf der Skipiste aus?

Im Strafgesetzbuch ist dazu nichts zu finden. Gesetzliche Regelungen gibt es nicht, sagt Gerhard Dambeck, Vorsitzender des Rechtsausschuss des Deutschen Skiverbandes und früherer Kemptener Amtsgerichtsdirektor.

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Dies soll jedoch nicht heißen, dass man ungestraft völlig betrunken die Piste hinunter rasen kann. "Jeder, der auf Skipisten unterwegs ist, hat eine Sorgfaltspflicht, sich selbst und anderen gegenüber", sagt Dambeck. Verankert ist dies auch in den FIS-Regeln. "Jeder Skifahrer und Snowboarder muss in der Lage sein, zu bremsen oder auszuweichen."

Denn hat ein Unfall oder eine Kollision tatsächlich straf- oder zivilrechtliche Konsequenzen, werden in der Gerichtsverhandlung die FIS-Regeln herangezogen und rechtlich angewandt. "Ist zudem nachweisbar, dass der Unfallverursacher betrunken war, kann sich dies strafverschärfend auswirken", erklärt Dambeck.

Alkoholkontrollen wie im Straßenverkehr gibt es laut Polizeisprecher Christian Owsinski auf der Skipiste nicht. Trotzdem kann es sein, dass man Polizeibeamte am Abfahrtshang antrifft. "Es gibt eine alpine Einsatzgruppe, die unter anderem auch Unfälle auf Skipisten untersucht", sagt Owsinski. Diese Beamten sind dann teilweise auch vor Ort - auf Skiern im Wintersportgebiet.

Dass auf verschneiten Hängen kontrolliert wird, kann trotzdem vorkommen. Allerdings nicht mit dem Alkomat. "Es gibt zum Beispiel bei Oberstdorf ein Naturschutzgebiet, in dem man nicht Skifahren darf. Dort wird ab und zu kontrolliert", sagt Owsinski.

Skiunfälle, bei denen der Verursacher betrunken war, seien sehr selten, sagt Andreas König, Sicherheitsexperte beim Deutschen Skiverband. "Den Skifahrer, der Mittags schon 30 Fähnchen am Hut hat, gibt es nicht mehr", sagt König in Anspielung auf ein hochprozentiges Getränk, das mit kleinen Papierfähnchen dekoriert angeboten wird. Après-Ski gehöre natürlich nach wie vor dazu zum Skifahren, aber hauptsächlich unten im Tal. Viele müssten außerdem danach noch Autofahren und auf der Straße werde immer mehr kontrolliert, so König.

Dies bestätigt auch Peter Haberstock, Geschäftsführer der Allgäuer Bergwacht: "Probleme mit alkoholisierten Skifahrern haben wir nicht und hatten wir auch noch nie." Auch ganz allgemein seien die Skiunfälle in den vergangenen Jahren nach Angaben des DSV zurück gegangen. "Das hat verschiedene Gründe. Zum einen sind die Ausrüstung und auch die Pisten besser und zum anderen ist den Menschen ihre Sicherheit und Gesundheit auch immer wichtiger", so König.

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