CSU und FDP wollen ihren Streit um die Besetzung des künftigen bayerischen Integrationsbeauftragten friedlich beilegen. Der FDP-Politiker Georf Barfuß hat wohl kaum noch Aussichten auf den Posten.

München/Ingolstadt (ioa,lb). Die Koalitionspartner CSU und FDP wollen ihren Streit um die Besetzung des künftigen bayerischen Integrationsbeauftragten friedlich beilegen.
Der FDP-Politiker Georg Barfuß (Lauingen), der sich dafür ins Gespräch gebracht und mit umstrittenen Äußerungen zum islamischen Scharia-Recht Wirbel ausgelöst hatte, hat kaum noch Aussichten auf den Posten.
Die Landtags-CSU will Barfuß nach Angaben von Fraktionsvize Karl Freller nicht akzeptieren. Innenminister Joachim Herrmann betonte am Mittwoch die angestrebte einvernehmliche Lösung. "Wir haben kein Interesse daran, einen Streit mit der FDP vom Zaun zu brechen, bevor wir überhaupt angefangen haben."
Barfuß hatte sich, wie berichtet, dafür ausgesprochen, die Teile der Scharia zu übernehmen, die mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Die FDP-Landtagsfraktion diskutierte den Fall am Mittwoch in Ingolstadt, wollte aber kein Ergebnis bekannt geben. Nach Informationen unserer Zeitung soll Barfuß aber zur Aufgabe gedrängt werden.
Die FDP will offenbar eine neue Kandidatin präsentieren. Dem Vernehmen nach handelt es sich dabei um die 37-jährige Münchner Landtagsabgeordnete Julika Sandt, die am Deinstag auf der Klausurtagung in Ingolstadt zur fachpolitischen Sprecherin der Fraktion für Jugend, Kultur, Medien und Sport ernannt worden ist. In der CSU wird mittlerweile diskutiert, ob die Landtagsfraktion nicht einen eigenen Kandidaten aufstellen sollte. Genannt wird der Abensberger Landtagsabgeordnete Martin Neumeyer, der den Arbeitskreis Integration und Islam leitet.
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