Dienstag, 18. Juni 2013

07. Mai 2012 14:27 Uhr

Bildung

Studenten in Hülle und Fülle

Der doppelte Abiturjahrgang ist an bayerischen Hochschulen ohne größere Probleme untergekommen.

Der doppelte Abiturjahrgang ist an bayerischen Hochschulen ohne größere Probleme untergekommen.

München Bayern hat’s geschafft: Der doppelte Abiturjahrgang 2011 ist an den Hochschulen ohne größere Probleme untergekommen. „Kollegen aus Baden-Württemberg bewundern uns, dass die Planung so aufgegangen ist“, berichtete der Präsident der Hochschule Nürnberg und Chef der Hochschule Bayern e.V., Michael Braun, gestern vor Journalisten im Wissenschaftsministerium. Mit fast 86000 Erst-Immatrikulationen hatte der Freistaat im Studienjahr 2011 den höchsten prozentualen Zuwachs aller Bundesländer zu bewältigen. In Bayern studieren jetzt rund 320000 junge Leute.

Hochschulen reagierten flexibel beim Einstieg im Sommer

„Keines der prophezeiten Horrorszenarien ist eingetreten. Weder herrschten chaotische Zustände noch wurden Heerscharen von Studienbewerbern abgewiesen“, bilanzierte Minister Wolfgang Heubisch (FDP). Die bayerischen Hochschulen hätten den Ansturm „hervorragend gemeistert“. Entscheidend für diesen Erfolg: Viele G-9-Abiturienten konnten schon im Sommersemester ins Studium einsteigen.

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Flexibel reagierten vor allem die Hochschulen, die ausnahmsweise am 2. Mai statt regulär am 15. April das Sommersemester begannen. Für die Studiengänge wurden neue Modelle entwickelt. „Wir legten keine Zeitvertreibprogramme auf“, betonte Braun. Jetzt, nach einem Jahr seien die Einsteiger in den regulären Studienbetrieb eingegliedert.

Weil die Studienanfängerzahlen so schnell nicht wieder sinken werden, wird Bayern über die seit 2008 schon aufgebauten 38000 zusätzlichen Studienplätze hinaus weitere 10000 samt den erforderlichen Personalstellen für Lehre in den nächsten drei Jahren schaffen, versprach Minister Heubisch. 400 Stellen sind im Nachtragshaushalt 2012 vorgesehen, weitere sollen 2013 folgen.

„Wir brauchen diese Plätze“, betonte der Sprecher des Vereins Uni Bayern, der Bamberger Rektor Godehard Ruppert. Seine Uni hatte 46 Prozent Zuwachs an Erstsemestern – obwohl sie nur Geistes- und Sozialwissenschaften lehrt. Widerlegt sei damit die Behauptung, solche Fächer seien unattraktiv und nicht konkurrenzfähig.

Heubisch freute sich über den Zuwachs in den Ingenieur- und Naturwissenschaften. Die Zahl der Erstsemester in den sogenannten MINT-Fächern habe sich seit 2005 fast verdoppelt; nahezu 42 Prozent aller Studienanfänger schrieben sich im Jahr 2011 in diesem Bereich ein, den das bayerische Ausbauprogramm besonders gefördert hatte. Seit 2008 investiert der Freistaat insgesamt eine Milliarde Euro zusätzlich in seine Hochschulen.

Auch räumlich sind die Hochschulen gewachsen. „Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Gebäude und Hörsäle ich eröffnet habe“, meinte Heubisch. Für Baumaßnahmen gab Bayern seit 2008 rund 224 Millionen Euro aus – „ein Wert, der im Ländervergleich konkurrenzlos ist“, so der Minister. Durch Neubauten und Anmietungen stehen für Lehre und Forschung rund 130000 Quadratmeter zusätzlich zur Verfügung.

Mensen und Wohnheime wurden ebenfalls erweitert

Weil Studenten auch was Nahrhaftes im Bauch haben wollen und ein Dach über dem Kopf, haben die sechs bayerischen Studentenwerke die Mensen und Wohnheime erweitert. Im Jahr 2011 kamen 657 Buden dazu, 2140 weitere Wohnheimplätze sind im Bau, berichtete Doris Schneider, die Geschäftsführerin des Studentenwerks Augsburg. Allein für die Sanierung der Augsburger Uni-Mensa wurden über 16 Millionen Euro ausgegeben.

Unrund lief es in den Bafög-Ämtern. Nach Schneiders Worten gab es zwar zusätzliches Personal, aber die neuen Kräfte mussten erst in die „komplexe und umfassende“ Rechtsmaterie der Studienförderung eingearbeitet werden. So ließ die erste Rate oft acht Wochen auf sich warten. Minister Heubisch forderte insgesamt weniger Bürokratie bei Bafög-Anträgen. „Das muss sich noch verbessern“, sagte er. »Kommentar

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