Die Piraten würden derzeit mit acht Prozent in den Landtag kommen und damit sogar besser liegen als die Freien Wähler, ermittelte das Emnid-Institut in einer von der "Bild"-Zeitung am Freitag veröffentlichten Umfrage im CSU-Auftrag.
Das potenzielle Dreierbündnis von SPD, Grünen und Freien Wählern liegt demnach bei 39 Prozent. Im Vergleich zur letzten Emnid-Umfrage im März hätte das Dreierbündnis damit zwei Prozentpunkte verloren. Die CSU hingegen hat sich im Vergleich zum Debakel bei der Landtagswahl 2008 offensichtlich stabilisiert: Die Christsozialen würden demnach mit 46 Prozent wieder besser abschneiden als vor dreieinhalb Jahren (43,6 Prozent), aber dennoch ihr inoffizielles Ziel einer Rückeroberung der absoluten Mehrheit verfehlen. Damit müsste sich die CSU einen neuen Koalitionspartner suchen.
Denn die FDP käme dafür laut Emnid nicht mehr infrage: Die Liberalen haben zwar in bundesweiten Umfragen inzwischen wieder etwas Boden gut gemacht, würden aber der Emnid-Umfrage zufolge in Bayern mit zwei Prozent den Wiedereinzug in den Landtag verpassen.
Die SPD und ihr Spitzenkandidat Ude würden demnach auf 20 Prozent kommen - etwas besser als das sehr schlechte Ergebnis von 18,6 Prozent bei der Landtagswahl 2008, aber wieder niedriger als in den Umfragen der jüngsten Monate. SPD-Spitzenkandidat Ude hatte nach seiner Kür im vergangenen Herbst ein stetes Crescendo bis zum Wahltermin im Herbst 2013 angekündigt, doch die Umfrage deutet eher auf das Gegenteil.
Die Grünen wären mit 12 Prozent erstmals zweistellig in Bayern und könnten damit im Vergleich zu 2008 (9,4 Prozent) noch einmal zulegen. Die Freien Wähler hingegen würden von den 10,2 Prozent bei der letzten Wahl wieder auf sieben Prozent sinken. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt spottete, bei Ude sei die Luft raus. Sein "müdes Dreierbündnis" falle immer weiter hinter die CSU zurück und werde zur "Beute der Piraten".
SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen konterte mit dem Hinweis, die CSU jubele zum ersten Mal darüber, "dass sie schwächer ist als die Opposition und ihren Traumkoalitionspartner offensichtlich für immer verloren hat". "Ein solches Ausmaß an Bescheidenheit gab es in der einst allmächtigen bayerischen Regierungspartei noch nie."
Grünen-Landeschef Dieter Janecek prophezeite: "Die Stimmung wird sich bis zur Landtagswahl 2013 wieder deutlich ändern." Die Piraten seien in Bayern konservativer und auch schwächer als im Bund - wo sie zuletzt in einer Umfrage sogar 12 Prozent erreicht hatten. "Wirklich beeindruckend finde ich die Umfrage nicht", sagte Janecek.
Eine Koalition ist von vornherein ausgeschlossen: Ein Bündnis der CSU mit den Piraten: "Das ist ein schönes Signal", sagte der Piraten-Landesvorsitzende Stefan Körner über das Umfragehoch. Eine Zusammenarbeit mit der CSU komme für die Partei nicht infrage. "Dazu sind wir zu weit voneinander entfernt", sagte Körner auf Anfrage. Er bekräftigte, die Piraten seien bereit zur Unterstützung eines Oppositionsbündnisses, "etwa durch Tolerierung". Das hatte allerdings Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger bereits ausgeschlossen. dpa