Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord registrierte in ihrem Zuständigkeitsbereich allein zwischen Samstagabend und Sonntagmorgen über 50 Unfälle - zwei davon endeten tödlich. Bei Zusammenstößen auf der B300 und B17 starben vier Menschen, sieben weitere wurden schwer verletzt. Laut Polizei waren teilweise Schnee und Glätte die Unfallursache. Mehrere Autofahrer waren zudem mit Sommerreifen unterwegs. In Schwaben gab es nach Angaben der zuständigen Präsidien kein erhöhtes Unfallaufkommen.
Vielerorts mussten die Rettungskräfte trotzdem im Minutentakt ausrücken. Grund: umgestürzte Bäume und abgeknickte Äste. In Oberbayern waren es knapp 40 Einsätze, im südlichen Schwaben ganze 50. Vor allem in den Landkreisen Ostallgäu, Oberallgäu, Günzburg und Neu-Ulm waren zahlreiche Straßen betroffen. Während Autobahnen, Bundesstraßen und Staatsstraßen nach Angaben der Polizei innerhalb kürzester Zeit frei gemacht werden konnten, waren mehrere kleinere Gemeindestraßen am Sonntagmorgen immer noch gesperrt; die Feuerwehren sind im Einsatz.
Münchner S-Bahn-Verkehr beeinträchtigt
Umgestürzte Bäume und abgeknickte Äste sorgen in Bayern auch im Zugverkehr für erhebliche Probleme. Wie ein Bahn-Sprecher am Sonntagnachmittag auf Nachfrage von augsburger-allgemeine.de mitteilte, sind im Außenbereich des Münchner S-Bahn-Netzes gleich mehrere Strecken gesperrt. Betroffen sind die S2 zwischen Marktschwaben und Erdingsowie die S7 bei Höllriegelskreuth und Hohenbrunn. Die Züge fahren jeweils bis zur letzten Station, ab dort ist nach Angaben der Bahn Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die S-Bahn-Strecke 6 zwischen Starnberg und Tutzing ist mittlerweile erneut komplett gesperrt - wegen Bäumen im Gleisbereich und einer daraus folgenden Oberleitungsstörung. Die S-Bahnen wenden in Starnberg, Busse fahren zwischen Tutzing und Starnberg.
Betroffen ist auch die Regionalbahn zwischen Garmisch-Partenkirchen und München. Die Züge fahren nur bis Weilheim, ab dort ist bis nach Starnberg ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Auf Verspätungen von bis zu 30 Minuten mussten sich Sonntagvormittag Reisende zwischen Buchloe (Landkreis Ostallgäu) und Memmingen sowie zwischen Memmingen und Ulm einstellen. Wegen einer Weichenstörung war die Strecke nur eingleisig befahrbar.
Bereits am Samstagabend musste die Stecke zwischen Würzburg und Ansbach komplett gesperrt worden. Ein Ast hatte nach Angaben eines Bahn-Sprechers die Oberleitung heruntergerissen. Der Fernverkehr wurde über Nürnberg umgeleitet, im Nahverkehr wurde Schienenersatzverkehr eingerichtet. Seit Sonntagmorgen 8 Uhr ist die Strecke laut Bahn wieder frei.
Wetterdienst sagt weitere Schneefälle voraus
Am Sonntag soll es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) südlich der Donau weiter schneien - zunächst auch noch im nördlichen Schwaben, am Nachmittag nur noch an den Alpen und im Alpenvorland. Dort sind nach Angaben des DWD dann auch noch größere Neuschneemengen von bis zu zehn Zentimetern möglich.
Bauernweisheiten zum Wetter
Hat der November einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.
Ist es um Martini trüb, wird der Winter lind und lieb.
Auf kalten Dezember mit tüchtigem Schnee folgt fruchtbar Jahr mit reichlich Klee.
Weihnacht im Schnee – Ostern im Klee.
Am Neujahrstage Sonnenschein lässt das Jahr uns fruchtbar sein.
Ist Dreikönig hell und klar, gibt's guten Wein im neuen Jahr.
Wenn's zu Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.
Hat der Valentin Regenwasser, wird der Frühling noch viel nasser.
Regnet es zu St. Nicolaus wird der Winter streng und graus.
Ist der Januar feucht und lau, wird das Frühjahr trocken und rau.
Der Januar muss vor Kälte knacken, wenn die Ernte soll gut sacken.
Wenn im Februar die Mücken schwärmen, muss man im März die Ohren wärmen.
Gibt es Fastnacht viele Sterne, legen auch die Hühner gerne.
Hüpfen Eichhörnchen und Finken, siehst du schon den Frühling winken.
Wenn am Dach hängen gefrorene Spitzen, dann ist gut beim Ofen sitzen.
Wenn es nicht wintert, so sommert es nicht.
Entsteigt der Rauch gefror'nen Flüssen, so ist auf lange Kälte zu schließen.
Donnert's durch den kahlen Wald, wird's noch einmal bitterkalt.
Gleichzeitig soll es weiter leichten Frost mit Temperaturen von bis zu drei Grad unter Null geben, in höheren Lagen sind laut DWD örtlich auch bis zu minus sieben Grad möglich. Autofahrer müssen auf den Straßen daher weiter mit Schnee, Schneeverwehungen, Glätte und überfrierender Nässe rechnen.