München Der Bayerische Philologenverband (bpv) schlägt Alarm: Voraussichtlich würden nur rund 200 junge Lehrer an den bayerischen Gymnasien und beruflichen Oberschulen zum Halbjahrestermin am 20. Februar in den Staatsdienst übernommen, erklärte der bpv-Vorsitzende Max Schmidt am Montag in München.
Betroffen sind vor allem Lehrer mit einer Fächerverbindung mit Deutsch und einer Fremdsprache. Nicht so schlecht sieht es dagegen für Pädagogen mit Latein, Mathematik, Naturwissenschaften und Musik aus. Ungefähr 600 Junglehrer würden dagegen leer ausgehen und auf der Straße stehen. „Das ist nicht nur für unsere jungen Kolleginnen und Kollegen sehr enttäuschend“, sagte Schmidt. „Angesichts von anstehenden Pensionierungen oder Ausfällen wegen Schwangerschaften brauchen unsere Schulen dringend mehr Nachwuchslehrer.“
Schmidt begrüßte die sogenannte Korridor-Lösung, bei der auch Junglehrer mit den Fächerverbindungen eine Chance bekommen, in denen nur sehr geringer Bedarf herrscht. Es sind allerdings nur die Besten eines Jahrgangs, die sich auf diese Ausnahmelösung verlassen können und eine Stellung im Staatsdienst bekommen. Mit dem „Korridor“ werde sichergestellt, dass die Allerbesten nicht dem Schuldienst verloren gingen, sagte Schmidt.
Den anderen 600, die keine Anstellung im Staatsdienst bekommen, bleibt nichts anderes übrig, als sich auf die Warteliste setzen zu lassen. Der Philologenverband rät den jungen Leuten allerdings, sich gleichzeitig nach einer Alternative umzusehen. In anderen Bundesländern gebe es noch Chancen für bayerische Lehrer. Auch in Österreich und einigen Kantonen der Schweiz sind die Pädagogen beliebt.
Das Kultusministerium bestätigte die Zahlen. Dass nur rund ein Viertel der Bewerber von einer Einstellung ausgehen könne, entspreche auch den Zahlen der Vorjahre zum Einstellungstermin im Februar, betonte eine Sprecherin des Ministeriums. Ohnehin sei die Einstellung zum Schuljahreshalbjahr nicht der Haupteinstellungstermin. (dpa, ute)