Laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ist die Umstrukturierung der Molkerei mit dem Streichen von Arbeitsplätzen verbunden. "Es würde bedeuten, dass von 240 Beschäftigten 89 entlassen werden", sagte NGG-Sprecher Walter Linner am Freitag und bestätigte damit Medienberichte.
Gleichzeitig entstünden in Aretsried, dem Sitz der Unternehmensgruppe Müller, zu welcher Weihenstephan gehört, bis Ende März 2012 15 neue Stellen, betonte Linner. Der Betriebsrat sei über die Pläne des Unternehmens informiert worden. In den nächsten Wochen solle nun über einen Interessensausgleich und Sozialplan verhandelt werden. "Die Positionen von Betriebsrat und Geschäftsleitung gehen himmelweit auseinander", so der Gewerkschaftssprecher.
Die Müller-Gruppe nannte am Freitag keine konkreten Zahlen. "Nach dem Abschluss der technischen Restrukturierung müssen konsequenterweise auch in der Belegschaft Strukturanpassungen folgen", teilte die größte Privatmolkerei Deutschlands lediglich mit. Dies betreffe Verwaltung, Marketing und Produktion. Die Motive für die Umstrukturierung liegen nach Ansicht von NGG-Sprecher Linner bei der Produktionsoptimierung. "Von einer Schieflage kann aber keine Rede sein", betonte er.
Im Juni hatte der Düsseldorfer Unternehmer Heiner Kamps den Chefposten bei der bayerischen Unternehmensgruppe Theo Müller (Müller Milch, Weihenstephan) zusätzlich zu der Leitung von HK Food übernommen. Die Unternehmen kamen zusammen 2010 auf einen Jahresumsatz von rund 3,3 Milliarden Euro und beschäftigen circa 14 000 Menschen. Allein Müller erlöste zuletzt rund 2,2 Milliarden Euro. lby/AZ