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Bayern schon abfotografiert: Widerspruchsfrist gegen Microsofts "Streetside" beginnt

Bayern schon abfotografiert

Widerspruchsfrist gegen Microsofts "Streetside" beginnt

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    Die Kamera-Autos für Streetside fahren ab 23. Mai durch deutsche Städte. (Bild: Microsoft) dpa
    Die Kamera-Autos für Streetside fahren ab 23. Mai durch deutsche Städte. (Bild: Microsoft) dpa

    Millionen Bundesbürger können von Montag (1. August) an verhindern, dass der US-Konzern Microsoft Fotos ihrer Häuser im Internet veröffentlicht. Das Unternehmen will dafür im Netz ein Formular zur Verfügung stellen, mit dem ein sogenannter Vorab-Widerspruch für seinen 360-Grad-Dienst "Streetside" möglich ist. Von Herbst an sollen dort Straßenbilder aus Deutschland zu sehen sein. "Streetside" ist als Konkurrenz zu "Street View" vom Internetkonzern Google gedacht.

    Eine Sprecherin von Microsoft Deutschland, Miriam Kapsegger, sagte der Nachrichtenagentur dapd am Sonntag in München, ihren Konzern hätten bereits vor Beginn der Widerspruchsfrist zirka 500 Schreiben mit Widersprüchen erreicht. Microsoft werde diese nicht ignorieren, sondern "individuell" bearbeiten. Die Frist für Vorab-Widersprüche für "Streetside" läuft bis Ende September.

    Bayern ist schon im Kasten

    Im Auftrag von Microsoft fährt seit dem Frühjahr die Spezialfirma Navteq gut 50 deutsche Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern ab und fotografiert dort Straßenzüge. Schon gefilmt sind vor allem Städte in Bayern, darunter die Regionen Nürnberg, Augsburg, München sowie Regensburg und Ingolstadt. Derzeit ist Navteq für Microsoft vor allem in Städten in Baden-Württemberg im Einsatz, darunter Stuttgart. Microsoft hat den Zeitplan auf seiner Internetseite veröffentlicht. Die Fahrten in Deutschland dauerten insgesamt etwa eineinhalb Jahre.

    Microsoft gab Datenschützern nach

    Microsoft hatte sich ursprünglich geweigert, einen Vorab-Widerspruch anzubieten. Ein Widerspruch sollte erst später möglich sein, nach Veröffentlichung der Bilder im Netz. Der Konzern berief sich dabei auf einen Kodex des Branchenverbandes Bitkom, der sich gegen die Möglichkeit eines Vorab-Widerspruches ausgesprochen hat. Letztlich gab Microsoft aber dem Druck der zuständigen bayerischen Datenschützer nach.

    Der Leiter des Landesamtes für die Datenschutzaufsicht, Thomas Kranig, hatte erklärt: Stünden die Fotos erst einmal im Netz, dann könnte sie jeder vor der Löschung kopieren. Unternehmenssprecherin Kapsegger sagte der dapd, Deutschland sei das einzige Land auf der Welt, in dem Microsoft einen Vorab-Widerspruch anbiete. Anderorts sei dies nicht üblich.

    "Interessierte Nachfragen"

    Bei den bisherigen Fahrten sei es zu keinen Widerständen oder Protesten von Anwohnern gekommen, wohl aber zu "interessierten Nachfragen", sagte Kapsegger. Die Fahrer der Spezialfahrzeuge von Navteq würden mit den Betroffenen nicht diskutieren. Sie hielten jedoch "ein Infoblatt in den Wagen bereit, die gerne und bereitwillig an Verbraucher und Passanten ausgegeben werden". dapd

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