Jeden Tag tauchen im Internet neue Gerüchte über Terrorgefahr auf dem Oktoberfest auf. Nach Angaben der Polizei sind diese Spekulationen über Bombenfunde und den Abbruch der Wiesn jedoch "Unsinn". Von Nadine Pflaum

Jeden Tag tauchen im Internet und diversen Foren neue Gerüchte über das Oktoberfest auf: Glaubt man diesen Web-Ratschereien, so stehen Bombenentschärfungen auf der Tagesordnung. Außerdem solle die Wiesn abgebrochen werden.
"Alles Unsinn", sagt Polizeisprecher Wolfgang Wenger. Die Gerüchte gebe es jedes Jahr zur Wiesn-Zeit. "Und mit einem Knopfdruck werden sie dann von gutgläubigen Menschen per Handy oder Mail vielfach weitergeleitet", berichtet Wenger. Und versetzen so viele Menschen in Angst und Schrecken - ohne jegliche Grundlage.
Momentan besonders verbreitet sind folgende Gerüchte:
Der gefundene Geldbeutel Ein Wiesn-Besucher findet einen Geldbeutel. Ein arabisch aussehender Mann sieht das und bedankt sich herzlich, dass er seine Börse wieder hat. Zum Abschied flüstert er dem ehrlichen Finder zu, er solle an einem bestimmten Tag nicht auf die Wiesn gehen. "Diese Geschichte ist nicht wahr", berichtet Wenger, sondern ein Hoax. Das ist eine Falschmeldung, bei der der Erzähler darauf pocht, jemanden zu kennen, dem das ganze wirklich passiert ist.
Die entschärfte Bombe Die Münchner Polizei räumt täglich Wiesn-Zelte, weil dort Bomben gefunden wurden. Auch das dementiert Wolfgang Wenger. "Wir haben bis jetzt keine einzige Bombe gefunden oder gar entschärft."
Das abgesagte Oktoberfest Freitagabend soll Schluss sein, am Samstag wird die Wiesn abgebrochen. Auch das weist der Polizeisprecher vehement zurück. "Die Wiesn wird nicht abgesagt", so Wenger.
Die warnende Rundmail Im Umlauf befindet sich gerade auch eine Ketten-E-Mail. Sie warnt wegen der Terrorgefahr vor dem Besuch des Oktoberfestes und beruft sich dabei auf einen Münchner Stadtrat. Auch dieses Gerücht ist laut Wenger "Unsinn". "Wir haben momentan eine erhöhte Gefahrensituation, es gibt aber keine konkrete Gefahr", berichtet der Polizeisprecher.
Die Polizei habe alles Machbare getan, um die Bürger zu schützen. "Die Menschen sollen ihr Leben ganz normal weiterführen, denn sonst hätte der Terror ja seinen Zweck erreicht", so Wenger. Einen Rat hat er allerdings noch: "Der Polizei zuhören und glauben, was die Beamten sagen. Und nicht irgendwelchen Internetgerüchten." (Nadine Pflaum)
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: