Innenminister Hans-Peter Friedrich sieht deutsche Regierungsstellen zunehmend von Cyberattacken bedroht. Er fordert ein internationales Vorgehen gegen Angriffe aus dem Netz.


Regierungsstellen in Deutschland sind nach Ansicht des Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich immer mehr durch Angriffe aus dem Netz bedroht. «Wir müssen davon ausgehen, dass eine Reihe von Staaten Cyberangriffe als Mittel zur Informationsbeschaffung aus Politik und Wirtschaft einsetzen», so Friedrich im «Handelsblatt» vom heutigen Freitag. Die Möglichkeit von Cyber-Kriegen kommt auf auf der am Nachmittag in München beginnenden Sicherheitskonferenz auf den Tisch.
Die Deutsche Bundesregierung hat vor knapp einem Jahr ein Cyber-Abwehrzentrum gestartet. Aufgabe des beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) angesiedelte Zentrums ist es, Attacken aus dem Internet auf Behörden und kritische Infrastrukturen abzuwehren und auch Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Die Verfolgung von Attacken aus dem Netz ist jedoch schwer, da viele nicht aus dem Inland agieren. Die deutsche Regierung poche auf die Einhaltung internationaler Gepflogenheiten, erklärte Friedrich. Nötig seien «internationale Abkommen, die festlegen, wie Staaten angemessen auf Angriffe aus dem Cyber-Raum reagieren können».
Firmen, die von Hackerangriffen im Internet betroffen sind, forderte Friedrich zu einer engeren Kooperation auf. Viele Unternehmen seien überzeugt, sich mit «eigenen Bordmitteln» wehren zu können und würden sich aus Angst vor Imageschäden nicht an die Behörden wenden. Angesichts der bestehenden Gefahr brauche es aber ein «vertrauensvolles Bündnis aus staatlichen und wirtschaftlichen Akteuren».
Die Betreiber kritischer Infrastrukturen wie Stromversorger oder Wasserbetriebe forderte Friedrich auf, beim Erstellen effektiver Sicherheitsstrukturen zu helfen. «Wenn die Vorsorgeverantwortung der Betreiber kritischer Infrastrukturen nicht ausreicht, dann werden auch wir entsprechende Gesetze erlassen», sagte Friedrich. Kritische Anlagen galten wegen ihrer meist in sich abgeschlossenen IT-Infrastruktur lange als unangreifbar. Widerlegt wurde diese These jedoch durch den vor zwei Jahren entdeckten Stuxnet-Virus, der eine Nuklearanlage im Iran lahmgelegt hatte. AZ/afp
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