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Wissenschaft: Ein Chip wie ein Gehirn

Wissenschaft

Ein Chip wie ein Gehirn

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    Ein am 15.08.2011 zur Verfügung gestelltes Handout von IBM Research zeigt den Cognitive Computing Chip. Forschern des Technologie-Konzerns IBM ist nach eigenen Angaben ein Durchbruch bei der Entwicklung eines «intelligenten» Chips gelungen.
    Ein am 15.08.2011 zur Verfügung gestelltes Handout von IBM Research zeigt den Cognitive Computing Chip. Forschern des Technologie-Konzerns IBM ist nach eigenen Angaben ein Durchbruch bei der Entwicklung eines «intelligenten» Chips gelungen. Foto: IBM Research Zürich/dpa

    Computer werden immer leistungsfähiger, aber an die Fähigkeiten des menschlichen Gehirns reichen sie nicht ansatzweise heran. Die besondere Herausforderung bei der Weiterentwicklung der Computer in diese Richtung liegt darin, Technik und die Erkenntnisse der Gehirnforschung zu verbinden.

    Forscher von IBM sind dabei jetzt nach eigenen Angaben einen großen Schritt weitergekommen. Sie stellten Prototypen von Prozessoren vor, die Informationen mehr wie das menschliche Gehirn verarbeiten und sich dadurch deutlich von heutigen Chips unterscheiden. Bis die Prozessoren es vom Labor in irgendwelche Geräte schaffen, dürfte wohl noch mindestens ein Jahrzehnt vergehen. Es sei aber auch gar nicht so wichtig, was diese Chips jetzt schon könnten, sagt Giulio Tononi, ein Professor für Psychiatrie von der Universität von Wisconsin, der mit IBM an dem Projekt arbeitete. Viel interessanter sei, wie sie arbeiteten.

    Dharmendra Modha, der Projektleiter bei IBM Research, erklärte, die neuen Chips hätten Teile, die sich wie digitale „Neuronen“ und „Synapsen“ verhielten. Jeder einzelne Kern des Prozessors habe Rechen-, Kommunikations- und Speicherfunktionen. Die Parallelität der Vorgänge sei das wesentlich Neue. Die Architektur ist den neurobiologischen Strukturen des menschlichen Gehirns nachempfunden.

    Eine besondere Eigenschaft der Chips sei, dass sie auch Informationen verarbeiten können, für die sie nicht programmiert wurden. Computer sollen mit dem neuen Chip also „lernen“, Zusammenhänge selbst erkennen und Hypothesen bilden können. Die Prototypen seien in der Lage, das Computerspiel Pong zu spielen und die Zahlen 0 bis 9 zu erkennen.

    Die Chips sind das Ergebnis von sechsjährigen Forschungen, an denen hundert Wissenschaftler beteiligt waren. Zur Finanzierung steuerte die Behörde des US-Verteidigungsministeriums zur Förderung von Forschungsarbeiten (DARPA) rund 41 Millionen Dollar bei. Was IBM daran interessiert, ist die Fähigkeit der Chips, Signale aus der realen Welt wie Temperaturen, Geräusche oder Bewegung so zu verarbeiten, dass ein Computer sie nutzen kann. Ziel ist es, bestehende Infrastrukturen wie etwa Kraftwerke oder auch Straßenlampen mit Computern zu verbinden. (dapd, dpa)

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