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Mediziner schlägt Alarm: Internetsucht nimmt extreme Formen an

Mediziner schlägt Alarm

Internetsucht nimmt extreme Formen an

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    Eine Puppe im Beruflichen Schulzentrum in Nördlingen zeigte, wie ein Online-Süchtiger lebt: Wie an den Computer gekettet, verbringt er die meiste Zeit vor dem Bildschirm, isst schlecht, schläft kaum und geht manchmal sogar nicht einmal auf die Toilette.
    Eine Puppe im Beruflichen Schulzentrum in Nördlingen zeigte, wie ein Online-Süchtiger lebt: Wie an den Computer gekettet, verbringt er die meiste Zeit vor dem Bildschirm, isst schlecht, schläft kaum und geht manchmal sogar nicht einmal auf die Toilette.

    "Wer internetsüchtig ist, bekommt Schweißausbrüche, wenn er nicht weiß, wie er ins Netz kommen soll", sagte der Münchner Suchtmediziner Markus Backmund der Nachrichtenagentur dpa. Er schätzt, dass sechs Prozent aller jugendlichen Internetznutzer abhängig sind. "Fast hundert Prozent der jungen Menschen bewegen sich im Internet", sagt Backmund. Manche entwickelten eine derart starke Abhängigkeit, dass sie ihren Platz vor dem Bildschirm kaum noch verlassen würden.

    560.000 Menschen abhängig von virtueller Welt

    Nach Angaben der Bundesregierung sind 560.000 Menschen abhängig von der virtuellen Welt im Netz. Voraussetzung für jede Sucht sei, dass man eine psychische Krankheit hat und damit gefährdet ist. "Weil in unserer Gesellschaft immer mehr Menschen psychisch krank sind, gibt es heute mehr Süchtige als früher", sagt Backmund aus Anlass des Kongresses für Suchtmedizin, der seit Donnerstag bis Samstag zum zwölften Mal in München stattfindet.

    Dabei sind die Symptome nach Backmunds Worten bei jeder Sucht gleich. Das ganze Leben drehe sich um das Objekt der Abhängigkeit. Zudem bleibe man immer süchtig, selbst wenn man die Abhängigkeit in den Griff bekommt. "Wenn das Gehirn einmal gelernt hat, dass zum Beispiel das Internet glücklich macht, dann verlernt es das nie mehr."

    Facebook: Das müssen Sie über das Online-Netzwerk wissen

    Facebook ist das größte soziale Netzwerk im Internet überhaupt.

    Gegründet wurde das Unternehmen im Februar 2004 vom amerikanischen Studenten Mark Zuckerberg.

    Ursprünglich sollte Facebook nur ein elektronisches Jahrbuch für seine mitstudenten an der Harvard Universität sein.

    Jeder registrierte Nutzer von Facebook hat eine persönliche Profilseite, auf der er Nachrichten, Texte, Links und Videos mit anderen teilen kann. Freunde und Bekannte bekommen diese Botschaften dann eingeblendet.

    Im Jahr 2007 schaltete Facebook sein Netzwerk auch für Fremdanbieter frei. Diese stellen kleine Anwendungen zur Verfügung, die Mitglieder des Netzwerks ebenfalls nutzen können.

    Über den berühmten "Gefällt mir"-Knopf, den viele Internetseiten inzwischen eingebaut haben, können Facebook-Mitglieder direkt auf ihrer Profilseite einblenden, dass ihnen eine Seite, eine Anwendung oder eine Meinung gefällt.

    Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Firmen, Organisationen und Künstler können sich bei Facebook registrieren und eine eigene Profilseite freischalten.

    In die Kritik gerät Facebook immer wieder wegen seines recht laxen Umgangs mit den Daten seiner Nutzer.

    Im Jahr 2011 bekam Facebook den Negativpreis "Big Brother Award" verliehen.

    Weil alle Ärzte mit den Folgererkrankungen von Sucht konfrontiert sind, will Backmund seine Kollegen für die Ursachen sensibilisieren. "Jeder Hausarzt sollte erkennen, ob sein Patient süchtig ist", sagt Backmund. "Gynäkologen müssen sehen, ob Schwangere ein Suchtproblem haben." Suchtmedizin werde an den Universitäten vernachlässigt, deshalb wisse kaum ein Arzt über die Problematik Bescheid.

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