Der US-Technologiekonzern Microsoft hat offenbar auf eigene Faust ein kriminelles Schad-Netzwerk im Internet lahmgelegt. Wie die New York Timesberichtet, besorgten sich Anwälte von Microsoft einen Gerichtsbeschluss, um gemeinsam mit Justizbeamten zwei Bürogebäude in den Bundesstaaten Pennsylvania und Illinois zu durchsuchen und gegen ein sogenanntes Botnet vorzugehen. Dabei hätten sie Webserver stillgelegt, über die das Schad-Netzwerk ferngesteuert worden sei.
Botnets: Geballte Rechenkraft zum Versand von Spam-E-Mails
Botnets nutzen die geballte Rechenkraft von abertausenden gekaperten Computern etwa zum Versand von Spam-E-Mails oder für Angriffe über das Internet auf Unternehmen oder sogar auf Staaten. Der Wortbestandteil "Bot" kommt von Roboter und soll ausdrücken, dass ein Computer ferngesteuert wird. Mit Hilfe der Schadprogramme können Internetkriminelle auch Passwörter, Bankdaten und andere persönliche Informationen von Nutzern ausspähen.
Anstatt auf die US-Justizbehörden zu warten, geht Microsoft seit einiger Zeit verstärkt selbst gegen Botnets vor. Ein Großteil der weltweiten Computer läuft mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows, die Software des Unternehmens ist daher eine beliebte Zielscheibe für Internetkriminelle.
Microsoft: Hunderte Webadressen beschlagnahmt
DerNew York Times zufolge legte Microsoft in den vergangenen Jahren bereits drei Schad-Netzwerke auf eigenen Faust lahm. Die Aktion vom Freitag habe sich gegen das Botnet Zeus gerichtet, das bislang komplexeste Netzwerk im Visier des US-Konzerns. Dabei seien auch hunderte Webadressen beschlagnahmt worden, die Teil der Betrugssystems gewesen seien. Die Hintermänner vermutet Microsoft den Angaben zufolge in Osteuropa. AZ, afp