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Mödingen: Alte Kirche, gut gepflegt

Mödingen

Alte Kirche, gut gepflegt

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    Vorher, nachher: Die grauen Wände sind nach der Reinigung wieder weiß.
    Vorher, nachher: Die grauen Wände sind nach der Reinigung wieder weiß. Foto: Foto: Salvamoser

    von Yvonne Salvamoser

    Sieben Meter über dem steinernen Boden der Mödinger Kirche St. Otmar sitzt Andrea Bender auf einem Baugerüst und wischt mit einem feuchten Schwamm vorsichtig über den Stuck rund um den Brokat. „Ich möchte eine einladende Kirche, eine zum Wohlfühlen“, sagt die Zweite Pfarrgemeinderatsvorsitzende mit einem strahlenden Lächeln.

    Sie ist eine von etwa 15 freiwilligen Helfern, die dafür sorgen, dass der Innenraum des 250 Jahre alten Gotteshauses in neuem Glanz erstrahlt. So haben sie in den vergangenen Wochen zunächst den Ruß, der sich im Laufe der Jahre an den weißen Wänden abgelagert hat, „wegradiert“. Etwa 30 dieser blauen Spezialschwämme, die den Schmutz aufnehmen, aber nicht verschmieren, haben sie verbraucht. Jetzt steht gleich rechts neben dem Altarraum ein großes Gerüst, das bis unter die Decke reicht. Dort reinigen sie in einem zweiten Schritt mit feinporigen Schwämmen und etwas Wasser noch einmal die weißen Wände. Erst dann übernimmt der Blindheimer Kirchenmaler Wolfgang Lorenz: Mit Kalkmilch werden Wände und Decke frisch geweißelt und auch die Gemälde erneuert. Bei Letzterem allerdings hält er sich stark zurück. „Man sollte möglichst viel vom Original erhalten“, erklärt er. Es handle sich nur um pflegende Maßnahmen gemäß dem Motto „Immer noch alt, aber gut gepflegt“.

    Auch die Vorarbeiten begleitet Lorenz. „Es ist ein bisschen Pilotprojekt“, beschreibt der Maler im weißen Kittel und lächelt zu den vier Frauen auf dem Gerüst hinüber, die behutsam die Deckenwölbung säubern. Denn bei der Reinigungsaktion ist Vorsicht geboten: Schon eine falsche Bewegung mit dem feuchten Schwamm über den Brokat kann diesen beschädigen. Teilweise ist auch der Stuck locker und kann wegbrechen. Aber die Berührungsängste sind schnell überwunden, bestätigt Lorenz.

    Etwa sechs Stunden täglich sind abwechselnd einige der Freiwilligen im Einsatz. „Es ist eine tolle Gemeinschaft“, sagt Bender über den Helfertrupp. Dass sich so viele Mödinger für ihre Kirche einsetzen, liege vor allem an Pfarrer Alois Lehmer. „Er ist der Motor“, betont Bender und lächelt Lehmer in Arbeitsschuhen und T-Shirt zu.

    Wie er die Leute motiviert? „Man muss sie auf den Geschmack bringen.“ Schon 2011 wurde der Altarraum hergerichtet. Der Unterschied zu den noch nicht erneuerten Wänden fällt sofort auf.

    Lehmer freut sich über das große Engagement. Denn für derartige „kosmetische“ Innensanierungen gebe es momentan kein Geld von der Diözese. Ohne den großen Einsatz wäre eine Sanierung so nicht möglich. Nur 30000 Euro plant er dafür auszugeben. Die Gemeinde unterstützt dies mit 5000 Euro.

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