Gabriele Graßl-Brachert ist Zeitungsausträgerin. Die Donau-Zeitung hat sie eine Nacht begleitet und so einiges erlebt ... Von Simone Bronnhuber



2.32 Uhr, minus 10,5 Grad: Es ist bitterkalt, die Straßen sind leer. Man sieht seinen eigenen Atem vor dem Mund. Nur Gabriele Graßl-Brachert ist schon fit – wie jede Nacht um diese Uhrzeit. Mit schwarzem Stirnband, dicken Moonboots, zwei Paar Handschuhen und einer blauen Regenjacke gewappnet, beginnt sie jetzt ihren Arbeitstag. Seit 1. Januar trägt sie die Zeitung in Lauingen aus. Und ihr Gebiet ist groß: vom Zwerchgraben, Birkenstraße über Akazienstraße, das Industriegebiet bis hin zu den Birkacher Höfen. Insgesamt 15 Kilometer legt sie jede Nacht mit ihrem roten Auto zurück. Ihre Fußwege sind noch nicht dazu gerechnet. „Das will ich gar nicht wissen, sonst graust es mir jede Nacht davor“, sagt sie und lacht.
Um 2 Uhr klingelt sechs Mal in der Woche der Wecker. Leise schleicht sich die dreifache Mutter dann aus dem Schlafzimmer, zieht sich an, trinkt einen Schluck. Kurz vor halb drei bringt dann der Fahrer aus Augsburg über 230 Zeitungen, bis zu hundert Briefe, vielerlei Prospekte und Werbeblättchen. Die werden dann nach Fahrtweg sortiert und auf der Beifahrerseite des Autos verfrachtet. „Ich tüftel noch ein bisschen rum, wie ich am schnellsten bin. Bis 6 Uhr müssen aber alle Zeitungen in den Briefkästen sein.“ Dass das aber nicht immer möglich ist, sagt Gabriele Graßl-Brachert, liegt in der Sache der Natur. „Mal kommt der Fahrer verspätet, mal sind die Briefkästen nicht beschriftet und bei dem Wetter ist es manchmal auch nicht so leicht.“ Und dennoch: Es ist die Ausnahme. „Bis halb sechs will ich eigentlich immer daheim sein. Dann sehe ich meinen Mann noch und kann für die älteren Kinder die Brotzeit für die Schule machen.“
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