Den möglichen Grund für das Bienensterben hat Johann Oßwald bereits ausgemacht. "Seit gestern wird auf den Feldern wieder sehr viel gespritzt, gegen das Unkraut im Mais", sagt Oßwald. Schon im vergangenen Jahr, als der Raps im Herbst noch einmal blühte, seien viele Bienen nach einer Spritzaktion tot vor dem Stock gelegen.
"Das ist schade. Wir wollen einfach an die Landwirte appellieren, dass man da ein bisschen Rücksicht nehmen sollte", sagt Margarethe Oßwald. "Dabei wollen wir niemanden angreifen. Wir hatten ja früher selbst eine Landwirtschaft." Eugen Bayer, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands, kann sich die Sache nicht erklären. "Das dürfte normalerweise nicht vorkommen. Schließlich gibt es da ganz klare Regelungen für den Einsatz der Spritzmittel", sagt er. In keinem anderen Land seien die Auflagen für die Zulassung der Mittel so streng wie in Deutschland. "Auf den Flaschen sind dazu auch ganz genaue Anwendungshinweise angegeben", sagt Bayer. In den vergangenen Tagen hätten die Landwirte hauptsächlich den Mais behandelt. Denn nach den langen Regentagen, in deren Folge man aufgrund der Feuchtigkeit nicht auf die Felder habe fahren können, sprieße dort nun das Unkraut.
Dass bei den Spritzaktionen Bienen zu Schaden kommen, sagt Bayer, sei aber natürlich nicht im Sinne der Landwirte. "Die brauchen ja die Bienen auch und es ist natürlich jeder daran interessiert, dass keine Fehler passieren." Vereinzelt komme das aber immer wieder vor, sagt Alois Schuster vom Imkerverein Holzheim. Er rät, die Bienen testen zu lassen, um Gewissheit über die Ursache für ihren Tod zu erlangen.