Burnout – Modekrankheit oder Geisel? Dieser Frage stellte sich Dr. Achim Neumayr in seinem Vortrag vor 150 interessierten Zuhörern im Landgasthof Adler in Aislingen. Organisiert hatte die Veranstaltung der VdK-Ortsverband Aislingen. Erste Symptome und körperliche Beschwerden erklärte der Referent ebenso einleuchtend wie die Ursachen für diesen seelischen und körperlichen Erschöpfungszustand. „Heute machen zwei den Job von vier für das Gehalt von dreien“, so Neumayr. Frauen seien dabei deutlich häufiger betroffen als Männer. Und auch wenn die Diagnose Burnout nicht formell zu einer Arbeitsunfähigkeitbescheinigung führen könne, so entstünde doch jährlich bei diesen Gegebenheiten ein wirtschaftlicher Schaden von geschätzten 20 Milliarden Euro im EG-Raum.
Ausdrücklich betonte . Neumayr die erforderliche Diagnostik, um organische Erkrankungen auszuschließen. Es sei oft schwierig die Diagnose Burnout und sich daraus entwickelnde depressive Erkrankungen am Anfang zu erkennen. Zur Therapie sei es wichtig berufliche und private Belastungen zu reduzieren, mit Medikamenten und mit Verhaltenstherapie den Gesundheitszustand wieder zu stabilisieren. Dies könne mehrere Monate Zeit erfordern, insbesondere wenn sich aus dem Burnout eine nachhaltige depressive Entwicklung ergeben hat.
Dem aufmerksamen Publikum erklärte der Referent ausführlich die Rolle der Neurotransmitter, kleine Moleküle, die für die Hirnleistungsfähigkeit unabdingbar sind. Dabei wurde auch eine klare Trennung zwischen reaktiver – und endogener Depression gezogen. Besonders hilfreich empfanden die Zuhörer die Aussagen zur Prophylaxe, wie man einen Burnout verhindern könne: z.B.: reduzieren der Erwartungen an sich selbst und Abschirmen von Fremderwartungen, nach jeder Belastung versuchen, wieder auf das Ausgangsniveau zurückzukehren, Einhalten von erholsamen Schlafzeiten nachts und Reduzieren von zusätzlichem Freizeitstress.