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Daniel Ertl: Lieber gemeinsam als einsam

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Daniel Ertl: Lieber gemeinsam als einsam

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    Daniel Ertl ist ab 1. September der neue Kaplan in der Pfarrei Sankt Martin in Lauingen. Foto: Bachmann
    Daniel Ertl ist ab 1. September der neue Kaplan in der Pfarrei Sankt Martin in Lauingen. Foto: Bachmann Foto: Bachmann

    Den Schritt, sein Leben in den Dienst der Kirche zu stellen, hat der hochgewachsene Mann mit den blonden Haaren nicht bereut. Ganz im Gegenteil. Ruhig, offen und fröhlich sagt er: "Ich bin, so wie ich lebe, ganz glücklich." Vielleicht liegt das daran, dass Ertl keiner ist, der sich in seinen Pfarrhof und in sich selbst zurückzieht. Schon seine Eltern waren sehr gastfreundlich, hatten ein offenes Haus. Ertl wünscht sich, dass der Pfarrhof ebenfalls offen ist, keine Burg. Und er kann sich vorstellen, dort auch mit anderen Geistlichen zusammenzuwohnen. Irgendwie passt seine Leidenschaft dazu: Ertl ist ein begeisterter Teetrinker. Eine Kanne voll steht meist auf einem Stövchen und blubbert dort leise vor sich hin. Am liebsten trinkt der Kaplan Darjeeling. Rund 15 verschiedene Sorten Tee hat er bei sich zu Hause.

    Dass Ertl einmal Pfarrer werden würde, das war ihm nicht in die Wiege gelegt worden. Seine Eltern seien zwar "gut katholisch", meint er. Und der Vater war Organist der Gemeinde. Doch dass der Sohn einmal Priester wird, das habe sich so ergeben. Geprägt hat Ertl auf jeden Fall seine Schulzeit. Unbedingt wollte er als kleines Kind Latein lernen.

    So verschlug es ihn auf das Rhabanus-Maurus-Gymnasium nach Sankt Ottilien. Er lebte dort im katholischen Internat: "Ich fand's nicht schlecht." Schließlich hätten dort viele Jungen zusammengelebt. Im Tagesheim wurden auch bis 17 Uhr Mädchen betreut. Gerade beim Lernen sei das Internatsleben praktisch gewesen, meint Ertl. Schließlich war immer jemand da, der einem bei kniffligen Fragen weiterhelfen konnte. "Man konnte immer den Präfekten fragen." Und darüber hinaus konnte man auch gemeinsam einiges unternehmen.

    So blieb Ertl auch nach der Schulzeit noch ein Jahr in Sankt Ottilien. Er machte dort seinen Zivildienst, mähte den Rasen, half in der Küche mit, kümmerte sich um die Kinder. Es war die Zeit, in der er sich überlegte, was aus ihm eines Tages werden solle.

    Und damals legte er sich auf die drei verschiedenen Berufe fest - Physiker, Beamter, Pfarrer.

    Vorfreude auf Lauingen

    Die nächsten zwei Tage ist Ertl noch mit dem Umzug beschäftigt. Dann beginnt seine Zeit als Kaplan. Traditionell wird sich der 31-Jährige um die Ministranten kümmern. Auf Lauingen freut er sich schon: "Es ist ein nettes, mittelalterliches Städtchen."

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